Dienstag, 9. Juni, 16. Juni und 23. Juni, jeweils 18 Uhr
Frankfurter Poetikvorlesungen im Sommersemester 2026
Joshua Groß: Neben sich selbst hergehen. Denken in Avataren.
Der Titel der diesjährigen Poetikvorlesung, Neben sich selbst hergehen. Denken in Avataren, verspricht ein Nachdenken über die Rolle von Autorschaft, Figurenkonstellationen und digitaler Gegenwart: Wer „neben sich selbst hergeht“ erlebt eine Verschiebung der Perspektive, tritt aus gewohnten Ordnungen heraus und erkundet ein (literarisches) Selbst. Das Motiv des Avatars erinnert an digitale Welten sowie Masken und Projektionen und fiktionalisierte Versionen von Subjekten, die in der literarischen Tradition schon vielfach zur Debatte standen. Joshua Groß' Texte erforschen und hinterfragen, wie literarisches Denken solche Verdopplungen, Verwandlungen und Versetzungen verändert und wie sich aus ihnen eine eigene Form des Erzählens entwickeln kann.
Joshua Groß zählt zu den eigenständigsten Stimmen in der jüngeren deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Er verschränkt Gegenwartsbeobachtung und philosophische Reflexion mit popkulturellen Motiven, wodurch Erzählräume entstehen, in denen das Verhältnis zwischen Realität und Fiktion ins Wanken gerät und Gegenwart als gemeinsam geteilter Erfahrungsraum herausgefordert wird. In den Poetikvorlesungen wird er Einblicke in seine Schreibpraxis geben: Welche Rolle spielen Figuren als Denkmodelle? Wie entstehen seine literarischen Welten? Und was vermag Literatur angesichts einer sich rasant wandelnden Wirklichkeit?
Die Vorlesungen werden von einer künstlerischen Begleitausstellung mit dem Titel Die Horinzonte der Shapeshifter in der Dantestraße begleitet, die Arbeiten von Philippe Gerlach, Verena Issel, Karin Kolb, Planetary Intimacies, Jenny Schäfer und Lilly Urbat mit dem Werk Joshua Groß' in Dialog bringt.
Ort: Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 2
Eintritt frei