7.5., 20 Uhr: Pfropfung - Eine Theorie der Kultur - Schnittstelle Mensch und Natur

Donnerstag, 7.Mai, 20 Uhr
Pfropfung - Eine Theorie der Kultur - Schnittstelle Mensch und Natur
Uwe Wirth im Gespräch mit Ursula May 

Mit dem Konzept der Pfropfung greift der Autor Uwe Wirth Fragestellungen auf, die das Verhältnis zwischen Kultur und Natur berühren: Wie können wir unser Verhältnis - unsere ,Schnittstelle' - zur Natur angemessen beschreiben? Die Pfropfung ist eine seit der Antike praktizierte Technik des Land-und Gartenbaus, die verschiedenartige Pflanzen miteinander verbindet, um Qualität und Ertrag der Ernte zu steigern. Zugleich verweist das Konzept der Pfropfung auf eine zentrale Frage von Kulturphilosophie, Kulturwissenschaft und Ecocriticism und ist für diese Fragen eine Metapher in Literatur, Medientechniken und Wissenschaft: Inwiefern ist es gerechtfertigt, der Natur mit unseren kulturtechnischen Interventionen Gewalt anzutun; und ist dies sogar notwendig, um die Natur (auch die Natur in uns) zu kultivieren?

Im Gespräch mit Ursula May wird Uwe Wirth uns mit auf eine Reise in die interessante Welt einer besonderen Kulturtechnik, ihrer historischen und theoretischen Verwendungen nehmen und erweitert das Konzept des Pfropfens auf Phänomene wie kulturelle Hybridität, Kolonisierung und Übersetzung. An diesem Abend wird es also um viel mehr gehen als nur um eine Technik des Land- und Gartenbaus: Um die Fragen was für ein Konzept von Natur und Kultur die Pfropfung impliziert und was dies für unser gesellschaftliches und kulturelles Miteinander bedeutet.

Ursula May, studierte Theaterwissenschaftlerin, ist Redakteurin bei 3sat Kulturzeit und Kritikerin bei hr2.

Uwe Wirth ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Kulturwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Ort: Autorenbuchhandlung Marx & Co.
Eintritt frei 
 

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Telefon +49 (0) 69 722972