Donnerstag, 29. Januar, 19 Uhr
Marina Chernivsky „Bruchzeiten. Leben nach dem 07. Oktober“
Moderation: Prof. Dr. Mirjam Wenzel (Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt)
In ihrem literarischen Essay über die jüdische Erfahrung von Gewalt, Verfolgung und Erinnerung beschreibt die Psychologin Marina Chernivsky, warum der 07. Oktober 2023 einen Bruch darstellt, der durch soziale Kälte und Antisemitismus noch weiter vertieft wird. Sie reflektiert über Zeiten, die nicht vergehen, Orte, die nachleben und beschreibt den Bruch des Vertrauens in die Welt nach dem Massaker. Im Gespräch mit Prof. Dr. Mirjam Wenzel stellt sie ihr Buch vor und geht dabei insbesondere auf die Herausforderungen der Gegenwart sowie die Frage ein, was es bedeutet, wenn Hetze, Häme und Opfer-Täter-Umkehr unwidersprochen bleiben. „Bruchzeiten“ verwebt autobiographische Erzählungen mit gesellschaftlichen Beobachtungen. Der literarische Essay ist ein eindringliches Porträt über eine Welt, die in Fragmente zerfallen ist und nur aus ihren Bruchstellen heraus verstanden werden kann.
Marina Chernivsky ist Psychologin und Verhaltenswissenschaftlerin. Sie leitet das Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) und ist Gründungsgeschäftsführerin der Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung OFEK e.V..
Ort: Jüdisches Museum Frankfurt
Eintritt: 10,- / 5,-