22.01.2026 - Vom Leerstand zum Impuls: Stadt öffnet lange brachliegende Liegenschaft in der Gutleutstraße

Die Kulturdezernentin
Ina Hartwig

Der Planungsdezernent
Marcus Gwechenberger

PRESSEINFORMATION
22.01.2026

Vom Leerstand zum Impuls: Stadt öffnet lange brachliegende Liegenschaft in der Gutleutstraße
Künftiges Interim Städtische Bühnen und Produktives Quartier vorgestellt

Auf einem Presserundgang haben Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft und Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, erstmals die Liegenschaft Gutleutstraße 324-326 der Öffentlichkeit präsentiert. Der Standort soll als Übergangsquartier für die Städtischen Bühnen dienen.

Abriss verhindern, Potenziale nutzen
Die Liegenschaft ist rund 15.400 m² groß und konnte Anfang 2025 in den Besitz der Stadt Frankfurt übergehen. Die Stadt hat damit den Abriss des Gebäudes verhindert, denn der vorherige Eigentümer hatte ursprünglich andere Pläne für diesen Ort. Kulturdezernentin Ina Hartwig betont die Möglichkeiten, die sich aus dem Kauf für die Stadt ergeben: „Wir freuen uns riesig, dass wir dieses Gelände für die Stadt Frankfurt erwerben konnten. Jetzt haben wir die Chance, hier Entwicklungen anzustoßen, die Jahrzehnte tragen.“

Das ehemalige Archiv- und Lagerzentrum der Dresdner Bank stand über 10 Jahre lang leer. Das Gebäude bestehend aus zwei großen Lagerhallen für Archivgut und Büromaterial und einem vorgelagerten Kopfbau wurde 1985 von dem bekannten Architekturbüro von Prof. Dr. Walter Henn (1912-2006) geplant (heute HENN Architekten, München / Berlin). Die Decken der Hallen sind bis zu 16 Meter hoch. Nach der langen Zeit des Leerstands hat es heute den rohen Charme eines ‚Lost Places‘. Das Gebäude wurde inzwischen entrümpelt und ist nun wieder begehbar.

Perspektive für Interim der Städtische Bühnen, aktueller Spielort für die World Design Capital (WDC)
In der Gutleutstraße soll ein Interim, also ein Übergangsquartier, für die Städtischen Bühnen entstehen. Denn – so haben es die Stadtverordneten entschieden – Schauspiel und Oper müssen neu gebaut werden.

Für den Zeitraum zwischen dem Rückbau der bestehenden Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz bis zu den fertigen Neubauten braucht es solche Übergangsbauten, um den Spielbetrieb in möglichst hoher künstlerischer Qualität aufrechterhalten zu können. Ina Hartwig: „Mit dem Erwerb dieser Liegenschaft ist es uns gelungen, einen weiteren zentralen Baustein für das Multiprojekt `Neubau der Städtischen Bühnen´ zu sichern. Uns ist es dabei besonders wichtig, diese besondere Liegenschaft schon bevor das Interim hier einzieht, für die Kultur und die Freie Szene zu öffnen und zu nutzen.“

Deshalb wird der Ort schon kurzfristig ab März 2026 im Rahmen der World Design Capital 2026 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Projekt „Frankfurt: City of Wow“ wird eine immersive Video-Show mit einer 270 Grad Projektion in einer der großen Hallen installieren. Das Projekt soll die Geschichte Frankfurts als Handels- und Wirtschaftsstandort in den vergangenen 800 Jahren vermitteln – von den frühen Messeprivilegien des Mittelalters bis in die Gegenwart und wird mit vielen interaktiven Elementen auch spielerisch zugänglich sein. Die Stadt unterstützt das Projekt finanziell und auch die Messe Frankfurt hat im Rahmen eines Sponsorings den Veranstaltern ihre finanzielle Unterstützung zugesichert.

Auf dem Vorplatz vor dem Gebäude wird es ein weiteres WDC-Projekt geben, das die Bürgerinnen und Bürger in einem Beteiligungsformat mit einbindet. Bei „Just Add People“ dürfen sich kleine und große Menschen eigene Architekturentwürfe mit einem einfachen Baukastensystem selbst zusammenbauen und so Möglichkeiten für einen späteren „Kulturmarktplatz“ ausloten.

Grundstück liegt im Produktiven Quartier Gutleut-West
Die Liegenschaft Gutleutstraße 324–326 liegt im Entwicklungsgebiet Gutleut-West, einem der zentralen städtebaulichen Transformationsräume westlich des Frankfurter Hauptbahnhofs. Ziel der Stadt Frankfurt ist es, diesen heute sehr heterogen genutzten Bereich schrittweise zu einem Produktiven Stadtquartier weiterzuentwickeln.

Der Ansatz der Stadt setzt bewusst auf eine bestandsorientierte, integrierte Stadtentwicklung mit umfassenden partizipativen Ansätzen. Bestehende Nutzungen, ansässiges Gewerbe und die Nachbarschaft sind bereits in den Entwicklungsprozess einbezogen. Im Mittelpunkt steht eine tragfähige Mischung aus Wohnen, stadtverträglichem Gewerbe, Kultur sowie sozialen und bildungsbezogenen Nutzungen. Zugleich sollen neue Freiräume geschaffen, Klimaanpassung mitgedacht und die Mobilität im Quartier weiterentwickelt werden.

Planungsdezernent Marcus Gwechenberger ordnet die Entwicklung ein: „Gutleut-West ist ein Stadtteil im Wandel. Unser Ziel ist ein Produktives Quartier, in dem Wohnen, Arbeiten, Kultur und Gewerbe langfristig miteinander funktionieren. Die Liegenschaft in der Gutleutstraße zeigt exemplarisch, wie wir bestehende Strukturen aktivieren, Leerstand überwinden und schrittweise neue Qualitäten für das Quartier entwickeln – im Dialog mit der Nachbarschaft und mit Blick auf das Gemeinwohl.“

Temporäre Nutzungen und kulturelle Impulse spielen im Rahmen der Gesamtentwicklung eine wichtige Rolle: Sie ermöglichen es, Orte frühzeitig zu aktivieren, neue Nutzungen zu erproben und Erfahrungen für die langfristige Quartiersentwicklung zu sammeln. Die Liegenschaft in der Gutleutstraße nimmt dabei eine besondere Rolle ein und kann sich perspektivisch zu einem wichtigen kulturell-produktiven Anker im Quartier entwickeln.

Weitere Quartiersbausteine
Die Entwicklung Gutleut-West wird zudem durch Fördermittel des Landes Hessen unterstützt: Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum fördert das geplante Stadtquartier „Gutleut-West“ im Landesprogramm „Nachhaltiges Wohnumfeld“ mit einer Zusage in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Zudem hat die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2025 die Verlängerung der Straßenbahn in der Gutleutstraße beschlossen und damit auch die langfristige verkehrliche Erschließung des Quartiers in den Blick genommen. Eine weitere niedrigschwellige Zwischennutzung wird im Sommerhoff-Park realisiert. Der Adolf-Meyer-Pavillon, lange Jahre genutzt als Kindertagesstätte, wird im Frühjahr 2026 aktiviert. Engagierte aus dem Quartier sowie das Quartiersmanagement werden gemeinsam einen Begegnungsort schaffen, das Orange Beach richtet ein Kiosk ein und gemeinsam wird die Außenanlage geöffnet.


Dezernat Kultur und Wissenschaft
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hanna Immich
Hausanschrift: Brückenstraße 3-7, 60594 Frankfurt am Main
Telefon: 069 – 212 49232; Fax: 069 – 212 49232
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