Frankfurter Lyriktage

 

5. Frankfurter Lyriktage
22. Juni — 1. Juli 2017

Gedichte sind Wunderwerke. Sie sind spielerisch und rätselhaft, Exerzitium und Elysium zugleich. In ihren Schichten überkreuzen sich Wort und Klang, Form und Inhalt, Bild und Gedanke. Je dichter das Gewebe, desto größer der Schutz vor falscher Eindeutigkeit. Erst die geduldige Lektüre erweist, ob es sich lohnt, in die Tiefe der Texte zu steigen. Große Gedichte gewinnen, wenn man sie zerpflückt, hat Brecht gesagt. Sie gewinnen aber auch, wenn man sie wieder zusammenfügt. Was die Mühe lohnt, hat jüngst Jan Wagner mit einem Vergleich zwischen Krimi und Gedicht beantwortet: Das Gedicht sei ein „ausgeklügeltes Sprachkämmerchen gewissermaßen, in dem verblüffenderweise aber trotzdem alles seinen Platz finden kann, ohne dass es zu eng würde“. Ein Raum, der Disparates und Paradoxes in wenigen Zeilen vereint. Mit dem Staunen beginnt das Verstehen. Ein Verstehen, das Bedeutung erzeugt, das die Sinne wie das Denken fordert. Von Glück ist oft die Rede, wenn es um Poesie geht. Wir finden, ganz zu Recht.

Ein Glück ist auch, dass in jüngster Vergangenheit eine große Anzahl von beeindruckenden Lyrikbänden erschienen ist, die eine Kunst auf der Höhe der Zeit zeigen. Sie bilden den Kern der Frankfurter Lyriktage, die wir um unterschiedliche Formate und Konstellationen erweitert haben.

Das Programm 2017 finden Sie hier.

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