Goethe - Büste, © Uwe Dettmar
Die Stadt Frankfurt am Main ist eine der wichtigsten Buch- und Literaturstädte Deutschlands. Mit der Internationalen Buchmesse, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Buchhändlerschule und der Deutschen Nationalbibliothek sind zentrale Institutionen der deutschen Buch- und Verlagswelt hier ansässig.
Die Verlagslandschaft Frankfurts ist geprägt von großen Publikumsverlagen wie den S. Fischer Verlagen ebenso wie von einer Vielzahl kleinerer, ambitionierter Verlage. Und in dieser Stadt bestehen zwei überregionale Feuilletons, das der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Rundschau.
In der Geburtsstadt Johann Wolfgang Goethes präsentieren vier literarische Institutionen, das Literaturhaus Frankfurt, die Romanfabrik, das Goethe-Haus und das Hessische Literaturforum, über das Jahr ein spannendes Programm an Lesungen und Diskussionen. Höhepunkte des literarischen Lebens sind die im Wechsel stattfindenden Literaturfestivals, "LiteraTurm" und "Frankfurter Lyriktage". Als Konzeptfestivals gehen sie von einem thematischen Schwerpunkt aus, der jeweils neu definiert wird.
Daneben gibt es eine Off-Literaturszene, die sich zunehmend neue Orte und ein jüngeres Publikum erobert und so einen Humus für Neuentdeckungen und Trends bildet. Zur Zeit der Buchmesse findet die wohl älteste literarische Großveranstaltung, "Literatur im Römer", statt. Und im Frankfurter Kunstverein entsteht ein neues Zentrum "rund um das Buch" mit einer Lesungs-, Party- und Gastrozone, das während der Buchmesse von 12 bis 24 Uhr Programm bietet.
Im Jahr 2009 hat die Stadt Frankfurt das Frankfurter Autorenstipendium eingerichtet, alle drei Jahre verleiht sie den renommierten Goethe-Preis. Jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse wird der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestiftete Deutsche Buchpreis verliehen.
Charakteristisch für die Buch- und Literaturstadt Frankfurt ist das Zusammenwirken aus Literatur und Ökonomie. Aufgrund der Konzentration der hier lebenden und arbeitenden Autoren, Verlage, Vermittler und Kritiker ist die Stadt der Buchmesse die Inkarnation eines verdichteten literarischen Feldes. Sie ist Seismograph für kommende Entwicklungen im Buch- und Mediensektor. Als Scharnier zwischen den unterschiedlichen Bereichen literarischen Lebens ist Frankfurt eine Inspiration für Autoren, Buchproduzenten und die breite Öffentlichkeit und als solches weitmehr Labor als andere deutsche Metropolen.