"JAROMÍR FUNKE. FOTOGRAF DER AVANTGARDE" vom 27. Januar bis 29. April 2018 im Fotografie Forum

 

Jaromír Funke lotete die Grenzen der modernen Fotografie radikal aus, vor allem mit dem Spiel von Licht und Schatten. Der tschechische Fotograf (1896–1945) zählt zu den wichtigsten Vertretern der internationalen Avantgarde-Fotografie. Seiner Zeit weit voraus griff er Impulse aus Kubismus, Neuer Sachlichkeit, Abstrakter Kunst und Surrealismus in unverwechselbarer Weise auf. Das Fotografie Forum Frankfurt zeigt das Werk des Visionärs erstmals in Deutschland. Zu sehen sind rund 70 Fotografien aus Funkes avantgardistischer Phase in den 1920er und 1930er Jahren.

Jaromír Funke, Loneliness and Glasses, ca. 1924,  © Miloslava Rupešová-Funková / Jaromír Funke

Jaromír Funke studiert nach dem Abitur 1915 zunächst einige Semester Medizin, Jura und Philosophie, ehe er sich nach dem Ersten Weltkrieg der Fotografie zuwendet. Ab 1923 entstehen erste moderne Arbeiten: Minimalistische Kompositionen mit Tellern oder Glasflaschen, Stillleben mit Glasobjekten, Glühlampen und Seesternen. Immer aufs Neue experimentiert Funke mit Spiegelung, Transparenz und Reflektion – und hinterfragt die Wahrnehmung des Betrachters. In seiner Serie „Abstract Photo“ (1927–29) arbeitet Funke nicht mehr direkt mit Gegenständen, sondern nur mit deren Schatten. Sein Ziel ist, „zwei Gegensätze hervorzuheben, zwei Realitäten zu kontrastieren, verschiedene Elemente in einem einzigen Foto zu verbinden“, schreibt er 1935. Parallel treibt Funke die Entwicklung der Fotografie auch theoretisch voran: als Mitglied progressiver Fotografen-Gruppen, Mitherausgeber einer Fotografie-Zeitschrift, mit Essays, Büchern und als Dozent, u.a. an der Staatlichen Kunsthochschule Prag.

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