Africa Alive

 

Aktuelles afrikanisches Film- und Kulturschaffen, spannende Themenreihen und Werkschauen bedeutender Filmschaffender – das bietet seit 25 Jahren Africa Alive. 1994 gegründet, gibt das Festival afrikanischen Künstler*innen aus Film, aber auch Literatur, Bildende Kunst und Musik in Frankfurt ein breites Forum. Viele von ihnen hat das Festival von Beginn ihrer Karriere über die Jahre hinweg begleitet. So hat es bedeutend dazu beigetragen, das Bild Afrikas wahrheitsgetreuer und facettenreicher zu zeigen.

Die Podiumsdiskussionen zu den jeweiligen Themenschwerpunkten greifen wichtige Diskurse zu aktuellen politischen und sozialen Themen auf. In diesem Jahr bietet das Festival vom 30. Januar bis 26. Februar 2019 ein vielfältiges Programm.
Mit dem Regisseur Jean-Pierre Bekolo, der seine Filme in den beiden Abspielorten Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und Filmforum Höchst präsentiert, wird dieses Jahr einer der zurzeit interessantesten afrikanischen Filmemacher mit einer Retrospektive vorgestellt. In der Nachfolge von Djibril Diop Mambéty, dem Bekolo in LA GRAMMAIRE DE GRAND MÈRE (1996) eine Hommage widmete, widersetzte er sich den eng gesteckten Erwartungen an afrikanisches Kino, mixte die Genres und verknüpfte Pop und Politik. Darüber hinaus beschäftigt er sich immer wieder auch mit philosophischen Diskursen, etwa in seinen aktuellen Filmen AFRIQUE LA PENSEE EN MOUVEMENT (2017), der das Kolloquium „Ateliers de la Pensée“ in Dakar dokumentiert, und MIRACULOUS WEAPON (2017), der sich mit Aimé Césaire auseinandersetzt.

Wie immer werden auch neue Produktionen aus Afrika präsentiert, zum einen Filme von „alten Bekannten“ wie Mahamat-Saleh Haroun, dessen neuester Film UNE SAISON EN FRANCE einen ganz besonderen Blick auf das Thema Migration wirft. Aber auch die Werke ganz junger Filmemacher*innen sind zu sehen, wie MAKI'LA der kongolesischen Regisseurin Machérie Ekwa Bahango und OUAGA GIRLS, ein Dokumentarfilm über junge Frauen, die in Ouagadougou zu Automechanikerinnen ausgebildet werden.

Das Festivaljubiläum bietet Anlass, einen Blick zurück zu werfen. War es in früheren Jahren oft schwierig, gute Kopien afrikanischer Filmklassiker zu zeigen, haben sich zuletzt mehrere Projekte der Digitalisierung afrikanischer Filmklassiker gewidmet. Zu Gast ist der nigerianische Regisseur und Filmkritiker Didi Cheeka, der sich seit Jahren für die Aufarbeitung, Restaurierung und Digitalisierung des nigerianischen Filmerbes einsetzt. Mit SAMBA TRAORÉ (BF/FR/CH 1992) und weiteren Filmen wird dem bekannten Filmemacher Idrissa Ouédraogo gedacht, der im Februar 2018 verstorben ist. Als weiteren Gast begrüßt Africa Alive Jacques Sarasin mit seinem Film LE MASQUE DE SAN (CH/F/ML 2014), der das aktuelle Thema der Rückgabe afrikanischer Kunst aufgreift. Ebenfalls zum Filmgespräch eingeladen ist Melanie Gärtner mit YVES' VERSPRECHEN (DE 2018) über Migration und die Erwartungen, die von afrikanischer Seite daran geknüpft sind.

In Zusammenarbeit mit der „ASW-Regionalgruppe Frankfurt und „fern: welt:nah“ in Anwesenheit des Regisseurs Christian Gropper wird der Dokumentarfilm DIE LETZTE KOLONIE - DAS VERGESSENE VOLK DER WESTSAHARA über die Situation der Sahrauis in den Flüchtlingslagern und im von Marokko besetzten Teil der Westsahara gezeigt.

Zum Eröffnungskonzert des Festivals in der Brotfabrik am 31.1. tritt Abou Diarra, Sänger und N ́Goni-Virtuose (Mandingo-Harfe), mit seiner Band aus Mali auf, präsentiert von Afroton-Kulturprojekte. Am 1.2.2019 um 19:30 Uhr findet im Weltkulturen Museum eine Lesung mit dem bekannten marokkanischen Dichter Abdellatif Laâbi und seiner Frau, der Schriftstellerin Jocelyne Laâbi, statt. Die Podiumsdiskussion im Haus am Dom am 3.2.2019 widmet sich in einem ganztägigen Programm von 11:00 – 17:00 Uhr dem Thema „Menschenrechte für alle, ohne Grenzen!“ mit vielen Gästen, die sich seit Jahren konsequent für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen. Am 10.2. um 15:00 Uhr findet das beliebte Kinderfest mit der Clown Gruppe Adesa aus Ghana bei Afroton statt und präsentiert ein musikalisches Potpourri der letzten 31 Jahre. Zum Abschlusskonzert am 16.2. in der Brotfabrik hat Afroton den Sänger und Saxophonisten Gyedu-Blay Ambolley & seiner Sekondi Band aus Ghana eingeladen mit einem Mix aus Highlife-Afrobeat-Soul-Funk und Jazz.

Alle Informationen zur Jubiläumsausgabe des afrikanischen Kulturfestivals finden Sie >>> hier <<<


Über das Festival

Das 1994 gegründete Kulturfestival Africa Alive zeigt regelmäßig sein Filmprogramm im Kino des DFF und im Filmforum Höchst. Während der Renovierungsphase des Museums (2009 bis 2011) gastierte das Festival übergangsweise im Mal Seh’n Kino.

Seit jeher präsentiert Africa Alice die Highlights aus dem Programm des FESPACO Festivals aus Ouagadougou (Burkina Faso). Aus jeweils aktuellem Anlass setzen die Organisatoren in jeder Ausgabe Länder- oder Themenschwerpunkte. Dabei kommt der gesamte Kontinent zu Wort.

Neben der Gelegenheit, Werke der afrikanischen Filmgeschichte und neueste Produktionen zu sehen, bietet die internationale Atmosphäre von Africa Alive spannende Diskussionen und Lesungen, des Öfteren auch Ausstellungen und Konzerte.
Die Veranstalter wollen mit ihrem Engagement den lebendigen Dialog zwischen den Kulturen fördern und somit zum Abbau von Vorurteilen beitragen. Zentrales Anliegen ist es, Afrikanerinnen und Afrikaner selbst(bewusst) zu Wort kommen zu lassen und ein lebendiges Bild von diesem Kontinent zu vermitteln. Das Festival leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration im multikulturellen Rhein-Main-Gebiet.

Die Unesco erklärte Africa Alive 1996 zum Projekt der Weltdekade für kulturelle Entwicklung. 2001 wurde das Festival offizieller deutscher Beitrag zum UN-Jahr „Dialog zwischen den Kulturen". 2002 und 2003 stand es unter der Schirmherrschaft der deutschen Sektion der Unesco. Seit 2003 ist Africa Alive Mitglied im Verbund hessischer Filmfestivals.

Geplant und durchgeführt wird das Festival vom Africa Alive-Team, einer Kooperation von afrikanischen Vereinen, Frankfurter Kultureinrichtungen und engagierten Einzelpersonen. Das Filmprogramm wird gefördert von der HessenFilm und Medien GmbH.

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