Thomas Bayerle, Jacke wie Hose, 2023 © Kulturamt
Frankfurt am Main gilt, neben seiner Rolle als Wirtschafts- und Finanzzentrum, als bedeutende internationale Kunst- und Kulturstadt und genießt auch weltweit einen exzellenten Ruf. Die Stadt zeichnet sich durch eine reiche Museumslandschaft, renommierte Kulturinstitutionen und eine lebendige Kunstszene aus. Das Museumsufer Frankfurt bietet mit fast 60 Museen und Ausstellungshäusern eine unvergleichbare Bandbereite, die von Bildender Kunst, über Film, Stadtgeschichte, Jüdische Geschichte und Identität bis hin zu Romantik, Fußball und Karikatur reicht. Zu den prominentesten Einrichtungen gehören u.a. das Städelmuseum, das MMK (Museum für Moderne Kunst), das MAK (Museum für angewandte Kunst), oder das DAM (Deutsche Architekturmuseum).
Die 1986 eröffnete SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT ist ein Ausstellungsort für Moderne Kunst und Gegenwartskunst. Im Unterschied zu traditionellen Museen besitzt die Schirn keine eigenständige Sammlung, sondern konzentriert sich auf die Konzeption wechselnder Ausstellungen und interdisziplinärer Veranstaltungen. Die Gründung der Schirn war Teil der kulturpolitischen Devise „Kultur für alle“ und ist bis heute ein vielseitiger Ort, der ein breites Publikum anspricht und damit maßgeblich zum Ruf Frankfurts als bedeutende Kulturstadt beiträgt. Eine lange Tradition in der Präsentation von Kunst hat der 1829 gegründete Frankfurter Kunstverein, der damit zu den ältesten Kunstvereinen Deutschlands zählt. Mit seinen Diskursen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen spielt der Frankfurter Kunstverein eine zentrale Rolle bei der Vermittlung und Förderung zeitgenössischer Kunst.
Neben den großen Museen gibt es eine Vielzahl privater Galerien mit Schwerpunkten auf zeitgenössischer Kunst, Fotografie und Moderne. Zwei wichtige Standorte sind das Bahnhofsviertel und das „Galerienviertel“ in der Fahrgasse und umliegenden Altstadt.
Von großer Bedeutung für die kulturelle Vielfalt der Stadt ist die namhafte Städelschule (Hochschule für Bildende Kunst), die internationale Talente anzieht und seit jeher gemeinsam mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach eine junge innovative Kunstszene prägt. Aushängeschild und wesentlicher Bestandteil der Städelschule ist der Portikus. Die Kunsthalle auf der Maininsel an der Alten Brücke, widmet sich dem Ausstellen und der Diskussion von Werken junger, aufstrebender so wie etablierter internationaler Künstler*innen.
Wichtige Plattformen und Produktionsstätten sind in Frankfurt außerdem die Produktions- und Ausstellungsplattform basis e.V. und das ATELIERFRANKFURT. Sie bieten in ihren städtisch geförderten Atelierhäusern Platz für insgesamt fast mehr als 350 Kunstschaffende und Kreative und zeigen darüber hinaus in Wechselausstellungen mit junger, zeitgenössischer Kunst.
Der Berufsverband Bildender Künstler e.V. Frankfurt versteht sich als Interessensvertretung der Künstlerinnen und Künstler aus dem Rhein-Main-Gebiet. Der BBK bespielt Galerieräume in einer städtischen Liegenschaft in der Hanauer Landstrasse 89. Während der Frankfurter Künstlerclub e.V., gegründet 1955, seine Kunst-, Literatur- und Musikveranstaltungen in einem historischen, idyllisch gelegenen Gartenhaus in der Bockenheimer Anlage durchführt.
Das Frankfurter Kunst- und Kulturleben verdankt sich ganz wesentlich der Energie der in Frankfurt lebenden freischaffenden Künstler*innen und Kurator*innen, die sie nicht nur erfolgreich in den Aufbau der eigenen Karriere investieren, sondern in das Engagement für ihre Stadt. Sie prägen mit ihren Angeboten, Aktivitäten und selbstverantworteten Ausstellungräumen entscheidend das kreative Klima Frankfurts. Dazu zählen institutionell geförderte „Traditionshäuser“ wie die Ausstellungshalle 1A in Sachsenhausen, der Kunstverein Familie Montez, der saasfee*pavillon, der Ausstellungsraum EULENGASSE, die freitagsküche oder die Heussenstamm-Stiftung.
Neue Offspaces stellen immer wieder Innovationen in der Ausstellungsprogrammatik sicher. Vergleichsweise jung und selbstverwaltet sind mit MARS, F.L.U.R., Synnika, der Ausstellungshalle H8H oder Heroine nach der Pandemie neue vielversprechende Orte entstanden. Sie zeigen nicht nur spannende, qualitätsvolle Ausstellungen, sondern betreiben mit ihren Programmen und Kollaborationen zum Teil integrative Stadtteilarbeit und etablieren sich als soziale und kulturelle Treffpunkte in Frankfurt.
Vor allem für junge Künstler*innen sind die nicht kommerziell betriebenen Offspaces wichtig, um sich auszuprobieren und ihre Werke fernab des Mainstreams des Kunstmarkts präsentieren zu können. Neben den Galerien, Museen und Sammlungen sind sie außerdem als niederschwellige Orte der Vernetzung und des künstlerischen Austausches unersetzbar.