Europäischer Paulskirchenpreis für Demokratie

Kirche vor blauem Himmel
 

Die Frankfurter Paulskirche steht wie kein anderes Bauwerk in Europa für die demokratischen und freiheitlichen Grundwerte Deutschlands und der Europäischen Union. Ihre Bedeutung und Strahlkraft reichen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges über die Grenzen Deutschlands hinaus und verhelfen dem Ort zu einer weltweiten Bekanntheit als „Wiege der deutschen Demokratie“.

In der Frankfurter Paulskirche tagte im Frühjahr 1848 das erste gewählte deutsche Parlament, die Nationalversammlung, und legte damit den Grundstein für die Demokratie und den Rechtsstaat in Deutschland. Die Abgeordneten damals, engagierte Bürger aus dem ganzen Land, darunter Schriftsteller, Anwälte, Geistliche, Kaufleute und Großgrundbesitzer, bewiesen mit ihrem Ansinnen sehr viel Mut: Sie hatten sich gegen die Fürstenherrschaft aufgelehnt und kämpften für Freiheit, für Menschenrechte und für die Gleichheit aller.

Dieses Erbe ist noch bis heute bedeutsam. Es ist ein Meilenstein in der deutschen Demokratiegeschichte. Denn viele Ideen von 1848 wie etwa die Grundrechte, die in der Paulskirche beschlossen wurden, sind später im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verwirklicht worden.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Paulskirche in Frankfurt wieder aufgebaut, um an die Tradition von 1848 anzuknüpfen. Zur Hundertjahrfeier des ersten deutschen Parlaments am 18. Mai 1948 konnte sie als „Haus aller Deutschen“ wiedereröffnet werden. Heute ist die Paulskirche lebendiger Ausgangspunkt zahlreicher großer Debatten, die das geistige Leben der Bundesrepublik grundlegend beeinflusst haben.


Der Preis
Die Stadt Frankfurt am Main lobt den Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie erstmalig im Jahr 2025 aus. Mit der Auszeichnung soll an die Ereignisse von 1848/1849 und an diejenigen, die sich für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat einsetzen, erinnert werden.

Der Europäische Paulskirchenpreis für Demokratie ist mit 50.000 Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre verliehen. Über die Preisträgerinnen oder Preisträger entscheidet ein Kuratorium auf der Basis der eingegangenen Vorschläge.

Der Europäische Paulskirchenpreis für Demokratie wird erstmals im Mai 2026 in der Paulskirche in Frankfurt am Main in einem würdigen Rahmen durch die Stadtverordnetenvorsteherin sowie den Oberbürgermeister überreicht.

Für den Preis vorgeschlagen werden können Einzelpersonen, Organisationen, bürgerschaftliche Gruppen und Vereinigungen oder Institutionen, die sich in herausragender Weise für Demokratie, Freiheit und den Rechtsstaat einsetzen und die Teilhabe aller an einer vielfältigen, diversen Demokratie fördern.

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