"FRITZ SCHOLDER" vom 25. April bis 25. Oktober 2026 im TOWER MMK

Ein ausdrucksstarkes Porträt eines stilisierten Gesichts in Schwarz-Weiß mit sichtbaren Farbtropfen, vor einem einfarbigen roten Hintergrund
 

Grün, dann Grau, dann Pink, dann Grün, dann Violett, dann wieder Blau schichten sich horizontal die Farben der Landschaften des heutigen New Mexico. Im grellen Kontrast zu den vom Licht vibrierenden Pastellfarben der Landschaften strahlen die Figuren von Fritz Scholder (1937–2005) vor klaren, einfarbigen, satten Hintergründen.

Bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren thematisierte Scholder, wie Indigene Körper, Lebensrealitäten und Geschichte(n) vor allem als Projektionsflächen einer weißen Mehrheitsgesellschaft in Erscheinung traten. Indem er historische Fotografien übernahm, überzeichnete und ins Groteske kippte, legte er Machtverhältnisse offen, die bis heute die Produktion und Zirkulation von Bildern prägen. Seine Arbeiten verhandeln Fragen visueller Souveränität – das Recht, die eigene Darstellung zu bestimmen – und machen sichtbar, wie sehr die Repräsentation von Native Americans von kolonialen Perspektiven geformt ist. Mit Komik, aber auch mit realistischer, klarer Härte befreite Scholder sich sowohl von diesen Bildregimen als auch von den damals vorherrschenden Indigenen Bildtraditionen und schuf somit eigene, gegenwärtige Bilder.

Die umfassende Ausstellung Fritz Scholder zeigt erstmals außerhalb Nordamerikas Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Lithografien des Künstlers und erweitert so den Horizont dessen, was bisher unter US-amerikanischer Pop-Art verstanden wird.

TOWER MMK
Taunustor 1
60310 Frankfurt am Main
Telefon +49 (0) 69 212 73165