21.10.2025 - Klangkunst, Konzert und Audiowalk – die Stadt Frankfurt würdigt Albert Mangelsdorff zum 20. Todestag mit weiterem Programm

Die Kulturdezernentin
Dr. Ina Hartwig

PRESSEINFORMATION
21.10.2025

Klangkunst, Konzert und Audiowalk – die Stadt Frankfurt würdigt Albert Mangelsdorff zum 20. Todestag mit weiterem Programm

In diesem Jahr die Stadt Frankfurt feiert den Jazzmusiker Albert Mangelsdorff. Eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte beleuchtet das Schaffen Mangelsdorffs und zeigt ihn nicht nur als bedeutenden Posaunisten. Seine künstlerische Herangehensweise, die durch die Beobachtung von Naturklängen geprägt ist, findet ebenso Beachtung wie sein lebenslanges Bekenntnis zu seiner Heimatstadt Frankfurt am Main. Rund um das Deutsche Jazzfestival, das am 22. Oktober 2025 im Hessischen Rundfunk eröffnet wird, können einige der Projekte erlebt werden. Am heutigen Vormittag stellte Kulturdezernentin bei einem Rundgang eine neue Audiotour der Frankfurt History App vor, mit der man auf den Spuren Albert Mangelsdorffs durch Frankfurt flaniert. Der multimediale Spaziergang wurde von dem Jazzhistoriker Jürgen Schwab entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Frankfurt und dem Institut für Stadtgeschichte umgesetzt.

„Die zahlreichen Projekte und Formate eint, dass sie einen völlig unerwarteten und neuen Blick auf das Wirken von Albert Mangelsdorff anbieten und ihn somit weit über seinen Status als Jazzposaunisten hinaus abbilden“, erläutert Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Ganz besonders freue ich mich, dass in diesem Rahmen wertvolle Einblicke in den künstlerischen und biographischen Nachlass gewährt werden können, der im Institut für Stadtgeschichte seit vielen Jahren aufbewahrt wird“, so die Dezernentin weiter.

Dr. Doreen Mölders, Direktorin des Historische Museum Frankfurt ergänzt: „Der Rundgang zu Albert Mangelsdorff ist ein künstlerisches Experiment in der Frankfurt History App: Mit O-Tönen, Musikausschnitten und einer Erzählerperspektive erinnert der Rundgang an ein Radio-Feature, das zu neun Lebensstationen und Orten des berühmten Frankfurter Jazzmusikers führt. Dass Frankfurter Musikgeschichte nun auch in der App erzählt wird, freut uns umso mehr, da Audio-Rundgänge hierfür geradezu ideal sind. Wir sind sehr gespannt, wie App-Nutzer*innen auf Mangelsdorffs Spuren unterwegs sein werden, und wie diese künstlerische Form bei ihnen ankommt.“

Der Audiowalk zeichnet Mangelsdorffs Wege auf biographische Weise nach und ist ab dem 26. Oktober unter „Frankfurt Stories“ in der Frankfurt History App zu finden. Der Rundgang führt vom Hauptfriedhof bis zum Jazzkeller und informiert über das Leben und Werk des weltberühmten Posaunisten.

Ralph Mangelsdorff, der Sohn von Albert Mangelsdorff, bringt seine Freude über die Würdigung seines Vaters zum Ausdruck: „Es bedeutet mir viel, dass sich die Stadt Frankfurt in solch umfassender Weise dem Andenken an meinen Vater widmet“, bringt Ralph Mangelsdorff, der Sohn Albert Mangelsdorffs, zum Ausdruck. „Der fruchtbare Austausch mit den Beteiligten hat deutlich gemacht, wie hoch das Ansehen meines Vaters in Frankfurt und der Jazzszene nach wie vor ist, und welche tiefen Spuren er in der Stadt hinterlassen hat. Dass durch die vorgestellten Projekte auch persönlichere Aspekte wie sein großes Interesse an Natur und zu seiner Heimatstadt herausgestellt werden, gibt seiner Betrachtung zusätzliche Tiefe. Hierfür bedanke ich mich – sicherlich auch in seinem Sinne – sehr.“ – so der Sohn weiter.

In den kommenden Wochen können sich Albert-Mangelsdorff-Liebhaber ebenso wie Jazz-Neulinge auf Projekte in den Bereichen Klangkunst, Jazzkonzert und Biographiearbeit freuen.

Klangkunst mit Archivaufnahmen
Den Auftakt bildet am 23.Oktober 2025 um 17 Uhr die Eröffnung einer Klangkunst-Installation in der Kunstkulturkirche Allerheiligen. Sie stammt vom türkischen Posaunisten und Mangelsdorff-Bewunderer Alper Maral, der sich mit exklusiven Tonbandaufnahmen Mangelsdorffs aus dem künstlerischen Nachlass beschäftigt hat und diese mit einer multidimensionalen Hörinstallation inszeniert.

Biographischer Spaziergang
Im Rahmen des Deutschen Jazzfestivals findet der Audiospaziergang zu Albert Mangelsdorff am 26. Oktober 2025 auch „live“ statt und wird von Sascha Wild, Musikreferent im Kulturamt der Stadt Frankfurt, begleitet. Start ist um 16:30 Uhr am Haupteingang des Hessischen Rundfunks (Bertramstr. 8). Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt – Anmeldung über das Kulturamt per E-Mail: kommunikation.kulturamt@stadt-frankfurt.de.

Gitarrist Martin Lejeune erhält Frankfurter Jazzstipendium
Der herausragenden Bedeutung der Person Albert Mangelsdorffs wird auch die Vergabe des diesjährigen Frankfurter Jazzstipendiums gerecht. Gesucht wurden Projekte, die sich auf künstlerische Weise mit dem Nachlass des Jazzmusikers beschäftigen. Hierzu stellt das Institut für Stadtgeschichte Klangbeispiele und Notenmaterialen aus dem Archiv bereit. Als Preisträger zeichnet die Jury den Frankfurter Gitarristen Martin Lejeune aus, der sich mit der Übersetzung von O-Tönen Mangelsdorff (Sprache, Posaune, Tonbandaufnahmen) in jazzspezifische Strukturen beschäftigt. Einen ersten Höreindruck stellt Lejeune der Öffentlichkeit am Sonntag, den 26. Oktober 2025 im 20 Uhr im Jazzklub im Museum Angewandte Kunst bei einem Werkstattgespräch vor, ebenfalls im Rahmen des Deutschen Jazzfestivals. Ebenso ausgezeichnet, jedoch erst im kommenden Jahr vorgestellt werden die Projekte der Schlagzeugerin Imogen Gleichauf und des Posaunisten Enrique „Quico“ Heil.

Den Abschluss des Gedenkjahres bietet eine weitere Klanginstallation in der Kunstkulturkirche – diese stammt vom Frankfurter Komponisten und Posaunisten des Ensemble Modern, Uwe Dierksen. Er tritt dabei in einen sehr persönlichen Klang-Dialog mit dem im Jahr 2005 an Leukämie verstorbenen Wegbereiter der Frankfurter Jazzszene. Die Installation wird mit einer Live-Performance mit Uwe Dierksen am Samstag, 1. November 2025 um 19.30 Uhr eröffnet.

Das Gesamtprogramm der Veranstaltungsreihe ist zu finden unter www.jazz-frankfurt.de/termine/albert-25/

An der Hommage an Albert Mangelsdorff im Jahr 2025 beteiligen sich: Dialog Museum, Dr. Hoch’s Konservatorium, Frankfurter Gesellschaft für Neue Musik, Hessischer Rundfunk, Historisches Museum Frankfurt, Institut für Stadtgeschichte, Jazz in der Milchsackfabrik e.V., Jazz-Initiative Frankfurt am Main e.V., KunstKulturKirche Allerheiligen, KunstWerk Praunheim e.V. und saasfee*soundpark. Die Gesamtkoordination hat das Kulturamt Frankfurt am Main inne.

Ansprechpartner und weitere Infos:
Sascha Wild, Musikreferent der Stadt Frankfurt, Tel.: +49 69 212 38424,
E-Mail sascha.wild@stadt-frankfurt.de
 

Dezernat Kultur und Wissenschaft
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