Bis 3.2.: "Die Schönheit der Sprache jedoch strahlt" - Der Buchkünstler Hermann Rapp (1937 - 2015)

„... Die Schönheit der Sprache jedoch strahlt.“
Der Buchkünstler Hermann Rapp (1937 – 2015)
Ausstellung vom 3. Dezember 2018 bis 3. Februar 2019

Hermann Rapp, Schriftsetzer, Holzschneider und Graphiker, zählt zu den bedeutenden Buchkünstlern der Gegenwart. Nach vielen Jahren als Schriftsetzer und Künstlerischer Leiter eines Frankfurter Verlagshauses gründete er 1989 mit seiner Frau Gisela eine eigene Bleisatzwerkstatt: die ‚Offizin Die Goldene Kanne‘ in Neuweilnau im Taunus. Der Name ist auch inspiriert von Goethes Mutter, die ihre letzten Jahre im Haus zum Goldenen Brunnen am Roßmarkt verbrachte. Rapps Offizin pflegte er die klassische und experimentelle Typographie mit Bleisatz und Originalgraphik. Dabei verwendete Rapp neugegossene und alte, aufgefundene Schriften sowie handverlesene Bütten-und Konsumpapiere. Dem Leitspruch berühmter Vorbilder folgend, dass ein Buch aus den fünf Elementen Text, Schrift, Farbe, Papier und Einband besteht, aus denen eine zeitlose Einheit entstehen müsse, schuf er nach den alten Regeln für Satz und Druck Bücher von vollendeter Schönheit. Schwerpunkt der ausgewählten Literatur liegt bei Texten von Goethe und Schiller, eine besondere Zuneigung gilt jedoch dem Werk Hölderlins, mit dem auch die Nähe zu den altgriechischen Denkern und Dichtern gesucht wird. Zu den Dichtern der Offizin ‚Die Goldenen Kanne‘ gehören daher auch Homer, Sappho und Sophokles.

Und auch die Deutsche Romantik inspirierte Rapp. Zu einem Manuskript aus dem Kreis um Hegel, Schelling, Hölderlin, das erst 1917 als ältestes „Systemprogramm des deutschen Idealismus“ veröffentlicht wurde, schuf er unter dem Titel ‚Hinterlassenschaft einer Zukunftsidee‘ einen einzigartigen Pressendruck mit mehrfarbige Original-Graphiken als Linolschnitte. Rapps Drucke erschienen alle in kleinsten Auflagen und findet sich längst in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, wie der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar oder dem Gutenberg-Museum Mainz.

Dank einer großzügigen Schenkung von Gisela Rapp verfügt das Freie Deutsche Hochstift heute über die umfangreichste Sammlung mit Werken der ‚Offizin Die Goldene Kanne‘. Einige der schönsten Stücke der Offizin, in denen Klassik und Romantik kunstvoll miteinander in Beziehung gesetzt werden, sind nun in der Ausstellung zu sehen.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10.00-18.00 Uhr, Sonn- und Feiertage, 10.00-17.30 Uhr
Geänderte Öffnungszeiten: 24., 25., 31. Dezember, 1. Januar geschlossen

Ort: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
 

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