Staatliche Hochschule für Bildende Künste - Städelschule

 

Die Städelschule in Frankfurt am Main ist eine renommierte Kunstschule, an der verschiedene Disziplinen des künstlerischen Bereichs gelehrt werden. An ihren beiden Standorten in der Dürerstaße und der Daimlerstraße werden die Studienfächer Freie Bildende Kunst, Freie Malerei, Film, Bildhauerei und Architektur (Aufbaustudium Master of Arts, Advanced Architectural Design) unterrichtet. Nicht zuletzt trägt sie zum internationalen Flair der Frankfurter Kunstszene bei, da nicht nur viele der Professoren aus dem Ausland kommen, sondern auch mehr als 60 Prozent der Studierenden. Die Unterrichtssprache ist meist Englisch. Die aktuell etwa140 Studierenden im Bereich Kunst und die etwa 50 Studierenden im Aufbaustudium Architektur werden von insgesamt 12 Professoren unterrichtet, was eine intensive Betreuung garantiert und eine direkte Auseinandersetzung mit den Professoren ermöglicht.

Zur Erwachsenenbildung an der Städelschule wird eine Abendschule, Freie Kurse und die Frühjahrs- Sommer- und Herbstakademie angeboten. Die Kurse werden von Absolventen der Städelschule entwickelt und richten sich an alle, die neben dem Beruf und in ihrer Freizeit an künstlerischen Prozessen teilhaben möchten.

Die Städelschule geht auf eine Stiftung des Frankfurter Bankiers und Kaufmanns Johann Friedrich Städel (*1728, †1816) aus dem Jahre 1817 zurück. Mit seinem Stiftungsbrief schuf Johann Friedrich Städel die Voraussetzungen zur Gründung des „Städelschen Kunstinstituts“. Er übergab mit dieser Stiftung seine Sammlung an die Allgemeinheit und legte den Grundstock für die Ausbildung und Förderung künstlerischen Nachwuchses in Frankfurt. So wurde das „Städelsche Kunstinstitut“ in zwei unabhängige Hauptbereiche unterteilt, und zwar in die Kunstsammlung – aus der sich das Städel Museum entwickelte – und die Lehranstalt – die resultierende Städelschule. Seit 1878 befinden sich beide Institutionen in Sachsenhausen am Schaumainkai.

Bereits im 19. Jahrhundert lehrten an der Kunstschule bedeutende Künstler, darunter Maler wie Moritz von Schwind, Alfred Rethel, Gustave Courbet und Wilhelm Trübner. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Städelschule mit ihrem Leiter Fritz Wichert, dem Maler Max Beckmann, dem Grafiker Willi Baumeister und Stadtbaurat Ernst May zu einer der einflussreichsten deutschen Kunstakademien. Gemeinsam mit May gab Wichert die Zeitschrift »Das Neue Frankfurt« heraus, eine bedeutende Publikation der gestalterischen Avantgarde in Deutschland.

Während dem Nationalsozialismus wurde die Städelschule im Zuge der allgemeinen Gleichschaltung öffentlicher Institute in Deutschland zunächst mit einer kommissarischen Leitung versehen und zu einer, später auch so benannten, „Handwerkerschule“ umgebaut. Viele Dozenten wurden beurlaubt oder entlassen, dazu zählte u.a. auch Max Beckmann, der von 1925 bis 1931 an der Städelschule lehrte.

Seit April 1934 bestand neben der „Handwerkerschule“ wieder neu die „Städelschule“ mit Klassen für Freie Kunst. Drei Jahre später wurde die Handwerkerschule geschlossen. In einem Ministererlass lautete die Formulierung: „Die Städelsche Kunstschule ist eindeutig als Kunsthochschule zu bezeichnen.“ Aus diesem Erlass wurde sie 1942 als staatliche Kunsthochschule anerkannt.

Die Stadt Frankfurt entschloss sich die alte Städelschule nach 1945 als Staatliche Hochschule für Bildende Künste zu erhalten. Sie umfasste zunächst die Abteilungen Bildhauerei, Malerei und freie Graphik. Raimer Jochims, der von 1971 bis 1985 Rektor der Städelschule war, holte während seiner Amtszeit unter anderem die Künstler Thomas Bayrle (1975–2002*), Michael Croissant (1966–1988*), Willi Schmitt (1972–1989*) und Peter Kubelka (1978–2000*, Rektor 1985–1988) an die Städelschule. (*=Dauer der Lehrzeit an der Städelschule)

Den Portikus bekam die Städelschule als eigene Kunsthallte in der Rektorenzeit von Kasper König hinzu. Seither trägt der Portikus zum internationalen Renommee bei. Dort stellen Künstler aus aller Welt aus, wovon die Studierenden der Hochschule in vielfältiger Weise profitieren. Es ist ein Zentrum für experimentelle Kunst. Die Ausstellungen sind eine Mischung aus jungen Avantgarde-Künstlern und international renommierten Künstlern und bereichern die Frankfurter Kunstszene jährlich neu. Zweimal ist der Portikus schon umgezogen, seit 2006 befindet er sich auf der Maininsel westlich der Alten Brücke.

Im Jahr 2000 löste Daniel Birnbaum (Rektor 2000–2010) Kasper König in seiner Leitung der Schule ab. Er war ebenfalls gleichzeitig Direktor der Ausstellungshalle Portikus. Danach war der Architekt, Kurator und Kunsttheoretiker Nikolaus Hirsch Rektor der Schule und unterrichtete die Klassen in Architektur und Kunsttheorie. Derzeit wird die Schule von Prof. Philippe Pirotte / Prorektorin: Prof. Judith Hopf geleitet.

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