Remake. Frankfurter Frauen Film Tage

 

Vom 2. bis 11. November findet die erste Ausgabe von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage statt.
Der Auftakt zum Festival Remake steht im Zusammenhang mit der Ausstellung und Veranstaltungsreihe „Damenwahl! – 100 Jahre Frauenwahlrecht“ des Historischen Museums Frankfurt vom August 2018 bis Januar 2019. Das Programm konzentriert sich auf den thematischen Schwerpunkt „100 Jahre Frauenwahlrecht – 50 Jahre Feministische Filmarbeit“.
Geplant sind Filme, einführende Vorträge, Gespräche und Rahmenveranstaltungen. Das Festival wird mehrere Teile haben: Filme zur Suffragettenbewegung, Rechtsthemen insgesamt im Film der 1910er, 20er und 30er Jahre wie das Sexualstrafrecht, Eherecht, § 218. Die Stummfilme des Programms werden von den Pianistinnen Elvira Plenar, Eunice Martins und Ruth Bieri begleitet. Darüber hinaus Filme, welche die konfliktreiche Transformation der Frauenrolle, die Veränderung der Lebensbedingungen in Arbeit und Liebe zeigen. Das Programm wird Bögen schlagen durch das 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart; zugleich soll es ins Bewusstsein rufen, dass es Emanzipationsbewegungen der Frauen nicht nur in den westlichen Ländern gab, sondern auch in anderen Teilen der Welt.
Der Frankfurter Filmmacherin Recha Jungmann ist die diesjährige Personale gewidmet. Gezeigt werden ihre drei Langfilme und einige ihrer Kurzfilme, die alle zwischen 1967 und 1981 entstanden sind: u.a. die Filme Renate (BRD 1967), Etwas tut weh (BRD 1979/80), Zwischen Mond und Sonne (BRD 1981) und Unsere Mütter, unsere Väter (BRD 1981). Recha Jungmann wird bei den Aufführungen zu Gesprächen anwesend sein.
Remake würdigt darüber hinaus die Geschichte feministischer Filmfestivals. Die diesjährige Ausgabe des Festivals eröffnet den Rückblick mit dem Women´s Event des Filmfestivals Edinburg 1972. Filmvorführungen, Vorträge und Diskussionen vergegenwärtigen in Frankfurt seine Geschichte. Gezeigt werden aus dem damaligen Programm u.a. Dance, Girl, Dance (USA 1940) und Wanda (USA 1970). Gäste sind Laura Mulvey, Lynda Myles und Kathi Kamleitner, die damals zusammen mit der früh verstorbenen Claire Johnston den Event ins Leben gerufen haben.

 

Über das Festival
Das Festival Remake wird veranstaltet von der Kinothek Asta Nielsen, die sich seit nahezu zwanzig Jahren mit Filmpräsentationen, thematischen Programmen, Werkschauen, Retrospektiven für die Filmarbeit von Frauen einsetzt und die Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen im Film fördert. In diesem Zusammenhang steht auch das Festival Remake, dessen Programm von einem Themenschwerpunkt ausgeht und sich in einer Mischung aus Festival und Symposion entfaltet. "Remake" verweist auf den Bezug zur Geschichte: Filme aus mehr als hundert Jahren entstehen neu in der Wahrnehmung von Zuschauerinnen und Zuschauern, wenn sie heute gezeigt werden. Denn Filme existieren nur in der Aufführung, und das Zeigen selbst ist eine Form des Filmemachens, ein Re-Make.

Die Veranstalter zeigen die historischen Filme in einem angemessenen Rahmen, stellen sie in einen Kontext. Dies geschieht, indem alte mit jüngst entstandenen Filmen zusammen gezeigt werden, mittels Einführungen, Kommentaren, Gesprächen und Diskussionen. Alle Filme laufen (soweit möglich) im Originalformat – sei es 35mm, 16mm, Super 8 mit analogem Ton oder eben digital. Bei der Aufführung von Stummfilmen wird besonderes Augenmerk auf die Musikbegleitung gelegt.

Inhaltlich werden gleichfalls Überschneidungen und Verknüpfungen hergestellt: Themen wie Frauen und Geschlechterverhältnisse im Film oder Aspekte des queer cinema treten in ihrer Verflochtenheit mit anderen gesellschaftlichen Phänomenen zutage; so auch mit der Emanzipation der Frauen im Kontext von Migration, Kolonialismus, Rassismus.

Jede Ausgabe von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage macht das Werk einer Filmemacherin aus der Region (wieder) zugänglich. Dafür werden vorführbare Kopien hergestellt und eine Tournee durch Kommunale Kinos organisiert.

Remake würdigt darüber hinaus die Geschichte feministischer Filmfestivals. 1972 fanden in New York und Edinburgh die ersten feministischen Festivals statt – sie waren zum großen Teil der (Wieder-)Entdeckung von Filmmacherinnen gewidmet. Jede Ausgabe von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage soll einem der früheren Festivals gewidmet sein.

Spielorte in Frankfurt sind das Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums und Pupille – Kino in der Uni.

Das Festival wird gefördert von HessenFilm und Medien GmbH, dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

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