Cuba im Film

 

In der 24. Ausgabe von Cuba im Film vom 23. Mai bis 1. Juni 2019 im Filmforum Höchst stehen in erster Linie die neuen Produktionen im Mittelpunkt: Der Eröffnungsfilm „Un traductor - Ein Übersetzer“ von Rodrigo und Sebastián Barriuso erzählt die Geschichte eines Russischlehrers in der traumatischen „Sonderperiode“ der 90er Jahre. Er wird als Übersetzer für russische Tschernobyl Kinder, die in Cuba behandelt werden, eingesetzt und identifiziert sich mehr und mehr mit diesen Kindern.
„Antes que llegue el ferry – Wenn die Fähre ankommt“ ist ein erfrischendes Crossover von Animation und Realfilm dreier ganz junger Regisseure, von denen Juan Caunedo zu Gast sein wird. In „El regreso – Die Rückkehr“, einem Thriller von Blanca Rosa Blanco, geht es um die Aufklärung von Vergewaltigungen und Morden an jungen Frauen. Der Welterfolg „Yuli“ von Icíar Bollain erzählt die erstaunliche Karriere des Carlos Acosta, einem Jungen aus einfachsten Verhältnissen, der es zum international gefeierten Ballettstar brachte.

Der diesjährige Themenschwerpunkt ist „Musik auf Cuba“. In diesem Zusammenhang präsentiert das Festival als Europapremiere den mexikanisch-kubanischen Dokumentarfilm „Eliades Ochoa – From Cuba to the World“ (2018) über den „jüngsten“ Musiker des berühmten „Buena Vista Social Club“, Eliades Ochoa, dessen Solokarriere international nicht weniger erfolgreich verläuft. Die Regisseurin Cynthia Biestek und ihr Co-Autor Ruben Gómez werden anlässlich der Präsentation ihres Films ebenfalls nach Frankfurt kommen. In „Alvarado – una mirada fraternal – ein brüderlicher Blick“, dem Porträt eines Künstlers und Musikers aus dem äußersten Osten Cubas lässt der Frankfurter Regisseur Hans Peter Böffgen die Zuschauer tief in den kubanischen Alltag eintauchen. Außerdem laufen die Klassiker „La bella del Alhambra – Die Schöne der Alhambra“ von Enrique Pineda Barnet aus dem Jahr 1989 und Jorge Luis Sanchez' „El Benny“ (2006) über das Leben der Son- und Mambolegende Benny Moré, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.
Santiago Álvarez wäre ebenfalls im März diesen Jahres 100 Jahre alt geworden. Er gilt aufgrund seiner raffinierten assoziativen Bildmontage als bedeutendster Dokumentarfilmer Lateinamerikas. Im Festival ist sein hierzulande gänzlich unbekannter Musikfilm „La isla de la musica“ (1997) zu sehen, in dem es um den genuin kubanischen Beitrag zur musikalischen Weltkultur geht.

Das für Cuba existenzielle Thema Energie steht im Mittelpunkt der gesellschaftspolitischen Veranstaltung am 25. Mai, wenn die Brüsseler Dokumentarfilmerin Anne Delstanche ihren Film „El sol. Nuevo petróleo de Cuba? - Die Sonne, das neue Öl Cubas?“ präsentiert.

Auch der kubanische Kurzfilm hat wieder seinen Platz im Festivalprogramm. In dem Programm am 29. Mai werden Kurzfilme der berühmten „EICTV - San Antonio de los Baños“ und weiterer Filmhochschulen gezeigt. Das zweite Programm am 27. Mai versammelt Filme junger kubanischer Regisseurinnen und Regisseure.

Wie immer gibt es auch in diesem Jahr am 29. Mai eine Festivalparty im Musikclub „Orange Peel“, auf vielfachen Wunsch und wegen des großen Erfolgs im vorigen Jahr mit Lazara Cachao und ihrer Gruppe.

Weitere Informationen zum Programm unter www.cubafilm.de


 

Über das Festival
Seit 1996 findet jedes Jahr im Mai im Filmforum Höchst das Film- und Kulturfestival „Cuba im Film“ statt – das einzige kubanische Filmfestival in Deutschland. Es wird organisiert vom 3.-Welt-Haus Frankfurt und dem Filmforum Höchst.

Das Festival soll zur Diskussion über die gesellschaftliche Situation in Kuba sowie die kinematographische Entwicklung dieses bedeutenden lateinamerikanischen Filmlandes beitragen, dessen Filmproduktion für ein anspruchsvolles, experimentierfreudiges und gesellschaftskritisches Kino steht.

„Cuba im Film“ ist inzwischen zu einer festen Institution geworden und zieht ein Publikum weit über die Grenzen Frankfurts an. Jedes Jahr sind Filmschaffende aus Kuba im Filmforum zu Gast und stellen ihre Filme persönlich vor. Das Programm setzt sich aus aktuellen Spielfilm- und Dokumentarfilmproduktionen aus dem Programm des renommierten Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano in Havanna, aber auch Filmen der Hochschulen EICTV in San Antonio des los Baños und FAMCA des Instituto Superior de Arte (ISA) sowie des Nachwuchs-Festivals Muestra Joven ICAIC zusammen.
Die thematischen Schwerpunkte der letzten Jahre widmeten sich dem 50jährigen Bestehen des Instituto del Arte e Industria Cinematográfícos (ICAIC), Afrocuba, Frauen und Film auf Cuba, dem Animations- und Musikfilm.
Die ehrenamtlichen Organisatoren behalten es sich vor, in unregelmäßigen Abständen aus dem reichen Fundus unvergesslicher kubanischer Klassiker zu schöpfen und wollen so auch zukünftigen Generationen Wert und Qualität des traditionellen kubanischen Filmschaffens vermitteln.

Gerade die programmatische Einbindung der Plattformen junger kubanischer Filmemacher ermöglicht es, neue Tendenzen des kubanischen und lateinamerikanischen Kinos bei „Cuba im Film“ vorzustellen. Bis zum Jahr 2018 geschah dies unter anderem mit der Verleihung des Kurzfilmpreis "Junger Cubanischer Film" an junge kubanische Filmschaffende. Aber auch weiterhin stehen Kurz- und Abschlussfilme der renommierten Filmhochschulen EICTV in San Antonio de los Banos und der Facultad de Arte y Medios de la Comunicación Audiovisual (FAMCA) der Universidad de las Artes (ISA) auf dem Programm.

Teile des beliebten Festivals werden anschließend in Kinos in Hamburg, Berlin, Saarbrücken und Weiterstadt wiederholt.

„Cuba im Film“ wird unterstützt von: Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt, Aufblende e.V. Frankfurt, Filmhaus Frankfurt, HessenFilm und Medien GmbH, Katholischer Fonds, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Stadt Frankfurt am Main – Dezernat für Kultur und Wissenschaft.

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