Nippon Connection - Japanisches Filmfestival

 

Vom 28. Mai bis 2. Juni 2019 findet in Frankfurt am Main zum neunzehnten Mal das Nippon Connection Filmfestival statt. Das weltweit größte Festival für japanischen Film bietet mit über 100 Kurz- und Langfilmen quer durch alle Genres ein spannendes Panorama der aktuellen japanischen Filmszene. Zahlreiche Filmschaffende und Künstler*innen aus Japan sind selbst vor Ort, um ihre Werke zu präsentieren und sich mit dem hiesigen Publikum auszutauschen. Ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Workshops, Vorträgen und Konzerten ergänzt das Filmprogramm und bietet den Besucher*innen die Möglichkeit, die facettenreiche Kultur Japans zu entdecken. Hauptveranstaltungsorte sind das Künstlerhaus Mousonturm und das Theater Willy Praml in der Naxoshalle.

Film-Highlights
Beim Nippon Connection Filmfestival werden zahlreiche herausragende Produktionen aus Japan zu sehen sein, die zum größten Teil ihre Deutschlandpremiere beim Festival erleben. Shinsuke Sato gilt als Spezialist für gelungene Manga-Verfilmungen. Er bringt mit Inuyashiki den populären Manga um einen Senioren, der zum Superhelden wird, in einer actionreichen Adaption auf die große Leinwand. Auch Nobuhiro Yamashitas absurde Anarcho-Komödie Hard-Core basiert auf einem erfolgreichen Manga aus den 1980er Jahren. Mit dem Episodenfilm jam kehrt der Regisseur Sabu zu seinen Wurzeln – hohes Erzähltempo und schwarzer Humor – zurück. Der dem Festival bereits seit der ersten Ausgabe treu verbundene Regisseur Ryuichi Hiroki wird sein neues Melodram It’s Boring Here, Pick Me Up persönlich vorstellen. In dem atmosphärischen Drama And Your Bird Can Sing, das bereits auf der diesjährigen Berlinale gefeiert wurde, reflektiert Sho Miyake die Ziellosigkeit der Generation Y. Zwei Filme werfen einen Blick zurück in die japanische Geschichte: Takahisa Zezes neuer Film The Chrysanthemum and the Guillotine erzählt eine vielschichtige Geschichte um Anarchisten und Sumo-Ringerinnen in den 1920er Jahren und das Biopic Dare to Stop Us von Kazuya Shiraishi beschäftigt sich mit dem Werdegang des Kultregisseurs Koji
Wakamatsu und der unabhängigen japanischen Filmszene der 1970er Jahre. In The Chaplain von Dai Sako verkörpert der 2018 verstorbene Schauspieler Ren Osugi in seiner letzten Rolle einen Geistlichen, der Insassen der Todeszelle in ihren letzten Tagen beisteht.

Animationsfilme
Nippon Animation präsentiert mehrere herausragende japanische Animationsfilme als Deutschlandpremiere. Liz and the Blue Bird, der neue Film der Regisseurin Naoko Yamada, ist das melancholische Portrait einer Freundschaft. Zudem werden die Coming-of-Age-Geschichte Okko’s Inn von Kitaro Kosaka und das visuell überwältigende Debüt Penguin Highway von Hiroyasu Ishida zu sehen sein. Zudem wird die renommierte Tokyo University of the Arts wieder aktuelle Kurzfilme von ihrem Institut für Animatio präsentieren.

Nippon Honor Award
Der diesjährige Preisträger des Nippon Honor Award ist der Regisseur und Schauspieler Shinya Tsukamoto. Spätestens seit seiner Regiearbeit Tetsuo: The Iron Man gilt Tsukamoto als einer der wichtigsten Vertreter des experimentellen und avantgardistischen Kinos in Japan. Aber auch in Mainstream-Produktionen ist der Kult-Filmemacher schon als Schauspieler in Erscheinung getreten – zuletzt in Silence von Martin Scorsese und in dem Publikumshit Shin Godzilla. Nippon Connection wird dieses Jahr sowohl Tsukamotos aktuellen Film Killing als auch seine Klassiker Tetsuo: The Iron Man und Tokyo Fist präsentieren. Shinya Tsukamoto wird seinen Preis auf dem Festival persönlich entgegennehmen und in einem ausführlichen Filmemachergespräch seine bisherige Karriere
Revue passieren lassen.

Nippon Retro
Die Retrospektive im Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum widmet sich dieses Jahr der Schauspielerin Ayako Wakao. Vielfach für ihr Schaffen ausgezeichnet, hat sich Wakao insbesondere als Schauspielerin für das Studio Daiei einen Namen gemacht und in Filmen von Regiegrößen wie Yasujiro Ozu, Kon Ichikawa oder Yuzo Kawashima mitgewirkt. Neben Werken dieser Filmemacher wird die Reihe einen besonderen Fokus auf ihre intensive Zusammenarbeit mit Yasuzo Masumura legen. Die Filmkopien werden allesamt von der Japan Foundation in Tokio zur Verfügung gestellt.

Vielfältiges Kulturprogramm
Neben dem Filmprogramm geben zahlreiche Workshops, Vorträge, Konzerte, Performances und Ausstellungen vielseitige Einblicke in die japanische Kultur. Yusuke Yokoi stellt in einem Vortrag und Workshop die traditionelle Färbetechnik Bingata aus Okinawa vor. Der mehrfach ausgezeichnete Film-Geräuschemacher Goro Koyama (u. a. Blade Runner 2049) vertont im Rahmen eines Workshops zusammen mit den Teilnehmer*innen einen Kurzfilm. Die bekannte japanische Sängerin Haru Nemuri, die gekonnt den Sound von Alternative Rock, Post Rock, Hardcore und Rap vereint, wird am 29. Mai 2019 um 22 Uhr ein Konzert im Mousonturm geben. Im Internationalen Theater werden Senmaru & Yuki die traditionelle japanische Unterhaltungskunst Edo-Daikagura präsentieren.
Daneben bieten zahlreiche Verkaufsstände Filme, Bücher und Kunsthandwerk rund um das Thema Japan an. Verschiedene Gastronomen servieren authentische japanische Spezialitäten wie Sushi, Takoyaki, Yakitori oder herzhafte Ramen-Suppe.

Nippon Kids
Auch für die jüngsten Festivalbesucher*innen gibt es wieder ein spannendes Programm. Geschichtenerzählerin Walburga Kliem erzählt japanische Märchen und Sagen, die in deutsche Gebärdensprache übersetzt werden. Und Schauspieler Yuki Iwamoto liest wiederum aus dem liebevoll illustrierten Briefroman Viele Grüße, Deine Giraffe der japanischen Autorin Megumi Iwasa. Buchillustrator Jörg Mühle wird dazu live zeichnen.

Das komplette Programm und Tickets sind ab dem 11. Mai 2019 auf der >>> Festivalhomepage <<< verfügbar.


Über das Festival
Jedes Jahr im Frühling präsentiert Nippon Connection spannendes, kreatives Kino aus Japan in Frankfurt. Das Programm bietet ein breites Spektrum von Avantgarde, Anime über Blockbuster bis hin zu Dokumentarfilmen. Das weltweit größte Festival für japanisches Kino feierte 2010 sein zehnjähriges Jubiläum.

Den Programmschwerpunkt des Festivals bietet die Rubrik „Nippon Cinema“ mit aktuellen Produktionen des jungen japanischen Kinos, die größtenteils als Premieren laufen und von den Filmemachern meist persönlich vorgestellt werden. Seit 2005 wird unter allen Premierenfilmen des Nippon Cinema Programms der Publikumspreis NIPPON CINEMA AWARD verliehen, der vom Bankhaus Metzler mit 2.000 Euro gesponsert ist.

Die Rubrik "Nippon Animation" würdigt das ungebrochen hochwertige und vor allem (weltweit) populäre Schaffen japanischer Animationsfilmstudios und -filmemacher.

Die 2018 eingeführte Rubrik "Nippon Docs" widmet sich inhaltlich und formal sehenswerten Dokumentarfilmformaten. In der Rubrik „Nippon Visions“ sollen japanische Lang- und Kurzfilme, aber auch Videoproduktionen die Chance bekommen, in Deutschland ein größeres Publikum und möglicherweise einen Verleih zu finden. Seit 2010 vergibt eine internationale Jury an einen Film dieser beiden Sektionen den NIPPON VISIONS AWARD: dem Gewinner dieses von der Japanese Visualmedia Translation Academy aus Tokio (JVTA) gestifteten Nachwuchspreises ist eine Untertitelung seines nächsten Films sicher. Der Gewinner des NIPPON VISIONS AUDIENCE AWARD, ebenfalls ausgewählt aus den Rubriken "Nippon Visions" und "Nippon Docs", der vom Japanischen Kulturzentrum in Frankfurt gestiftet wird, erhält einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. Seit 2015 wird außerdem der von der Lufthansa gestiftete Ehrenpreis NIPPON HONOR AWARD vergeben.

„Nippon Culture“ bietet zusätzlich zum Filmangebot ein umfangreiches Rahmenprogramm: mit Konzerten japanischer Bands, Ausstellungen, Vorträgen, Diskussionen sowie Präsentationen traditioneller japanischer Kulturbesonderheiten wie zum Beispiel Haiku, Ikebana und Kendo. Abgerundet wird das Festivalangebot durch die Festivallounge und Parties mit japanischen DJ's.

Seit 2012 bedient die Sektion „Nippon Kids“ Besucher von 6 bis 12 Jahren mit Filmen, aber auch Kulturangeboten wie Origami- und Animationsfilm-Workshops.

Zur Geschichte des Festivals:
Nippon Connection entstand aus einer studentischen Initiative, die junges japanisches Kino und japanische Kultur allgemein einer breiteren deutschen Öffentlichkeit bekannt und zugänglich machen wollte. Obgleich die erste Filmveranstaltung im Jahr 2000 lediglich dem Desiderat an japanischen Filmen in den heimischen Kinos geschuldet war, machte die unerwartete Zuschauerzahl von über 10.000 sogleich deutlich, dass es nicht bei einer einmaligen Veranstaltung bleiben konnte. Die hohe Nachfrage ist letzlich für die Gründung bzw. Fortführung von Nippon Connection verantwortlich. Der gemeinnützige Verein Nippon Connection e.V. gründete sich im darauf folgenden Jahr und organisiert seither Nippon Connection in ehrenamtlicher Arbeit. Bis zu 70 ehrenamtliche Helfer sind an der Organisation von Nippon Connection jedes Jahr beteiligt.
In den folgenden Jahren wurden die Programm-Elemente NIPPON
 DIGITAL, NIPPON RETRO, NIPPON ANIMATION, NIPPON CINEMA AWARD und NIPPON VISIONS AWARD eingeführt.
Die Zuschauerzahlen sind mittlerweile auf 16.000 gestiegen, wobei diese nicht mehr nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt nach Frankfurt reisen, um die neuesten japanischen Filme zu sehen. Die meisten Filme, die gezeigt werden, erleben ihre Deutschland-, Europa- oder Weltpremiere, sehr häufig in Anwesenheit der Regisseure. Manchen Filmemachern ist die persönliche Präsentation ihrer Filme so wichtig, dass sie bei mangelnder Finanzierungsmöglichkeiten durch das Festival sogar persönlich die Kosten für die Anreise tragen. Im Rahmen des Festivals wurden viele Regietalente entdeckt und in ihrem Schaffen kontinuierlich begleitet.

Das Japanische Filmfestival Nippon Connection steht unter der Schirmherrschaft von Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, und Takeshi Kamiyama, Generalkonsul von Japan in Frankfurt am Main.

Das Festivalzentrum befand sich 2013 erstmals im Künstlerhaus Mousonturm. Weitere Spielstätten sind die Naxoshalle, das Mal Seh’n Kino (Wiederholungsvorstellungen) und das Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum (Nippon Retro).

 

NIPPON CONNECTION e.V.
c/o Atelierfrankfurt, Raum 5.08
Schwedlerstraße 1-5
60314 Frankfurt am Main, Deutschland
Fon: +49 (0)69 847 765 65
Fax: +49 (0)69 847 765 66
E-mail: info@nipponconnection.com
www.nipponconnection.com
 

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