Hessischer Film- und Kinopreis 2018

 

Am Freitag, den 12. Oktober 2018 sind in der Alten Oper in Frankfurt die Hessischen Film- und Kinopreise verliehen worden.

Wie in den Vorjahren auch, die Stammbesucher wissen es, war die Preisverleihung abermals von zahlreichen Peinlichkeiten, chaotischer Regie, aber auch berührenden Momenten gespickt. Boris Rhein etwa lobte die Fernsehserie Babylon Berlin als eine „deutsche Serie mit deutschen Schauspielern“ (als Fernsehserie wohlgemerkt weder ein förderfähiges noch ein in Hessen entstandenes Format), die Saal-Regie ließ des Öfteren das Publikum im Dunkeln sitzen und Michael Madsen, der als Star-Gast angekündigte Hollywood-Schauspieler wurde dazu abgestellt, eine Laudatio auf die Kinomacher zu halten, offensichtlich ohne vorangegangenes Briefing und Dolmetscher – Madsen verstand kein Wort der Verleihung.

Es waren jedoch die kleinen, von Individuen getragenen Momente, die abermals die Verleihung zu einer dennoch sympathischen Veranstaltung machten: Laudatorin Pegah Ferydoni hielt eine bewegende Lobrede auf die nominierten Schauspieler und die von Entbehrungen und harter Arbeit geprägte Schauspielzunft allgemein, Miguel Alexandre, dessen Film ARTHUR & CLAIRE den Hessischen Filmpreis gewann, feierte den Gewinn zusammen mit seinem minderjährigen Sohn, der Teile der Filmmusik komponiert hatte, und Andreas Heidenreich vom Kommunalen Kino Weiterstadt erinnerte an den im Juni verstorbenen Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann, dessen Idee finanziell unabhängiger bzw. geförderter Kinoeinrichtungen gerade in ländlichen Gegenden weiterhin aufrechterhalten werden müsste. Positiv zu bewerten ist die beträchtliche Aufstockung des Preisgeldes der Kinokulturpreise auf insgesamt 150.000 EUR. Dass eine Fernsehserie („Bad Banks“) aber derart viel Raum einnimmt auf einer Verleihung von Film- und Kinopreisen stimmt allerdings nachdenklich.

In der Kategorie Spielfilm gewann Arthur & Claire (Deutschland 2018, 95 Minuten) von Miguel Alexandre | Preisgeld: 25.000 Euro.
In der Kategorie Dokumentarfilm gewann Die Akte Oppenheimer (Deutschland 2018, 60 Minuten) von Dr. Ina Knobloch | Preisgeld: 15.000 Euro.
In der Kategorie Kurzfilm gewann Menschenjagd (Deutschland 2018, 19 Minuten) von Peter Meister | Preisgeld: 5.000 Euro.
In der Kategorie Hochschulfilm gewann Appalachian Holler (Deutschland 2018, 29 Min.) von Matthias Lawetzky | Hochschule für Gestaltung Offenbach| Preisgeld: 7.500 Euro.
In der Kategorie Drehbuch gewann Wolf of Kassel von den Autoren Kristl Philippi und Klaus Stern | Preisgeld: 7.500 Euro.

Einen Sonderpreis gewann die Serie Bad Banks (Deutschland 2018, 6x52 Minuten) von Christian Schwochow | Produzentin: Dr. Lisa Blumenberg (Letterbox Filmproduktion).

Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis geht an die Produzentin und Filmemacherin Isabel Gathof für ihr Kinodebüt ,Moritz Daniel Oppenheim‘.

Beide Hessischen Fernsehpreise gehen an Darsteller des Films „Der große Rudolph“ (ARD 2018, Regie: Alexander Adolph), Lena Urzendowsky und Thomas Schmauser.

Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten 2018 erhält Matthias Brandt.

Den Hessischen Kinokulturpreis für nicht gewerbliche Kinos und Kinoinitiativen erhielten Kommunales Kino Weiterstadt | 5.000 Euro, Filmforum Höchst | 5.000 Euro, TRAUMAkino Marburg | 5.000 Euro, Kino des Deutschen Filmmuseums | 3.000 Euro, Murnau Filmtheater | 3.000 Euro, Caligari FilmBühne | 3.000 Euro, Filmkreis - Das Unikino in Darmstadt | 2.000 Euro, Kino Pupille Uni Frankfurt | 2.000 Euro, Kommunales Kino Eschborn | 1.000 Euro, naxos.KINO - Dokumentarfilm & Gespräch e.V. | 1.000 Euro.
Den Hessischen Kinokulturpreis für gewerbliche Kinos erhielten Capitol Kino Witzenhausen | 20.000 Euro, Kino Traumstern Lich | 20.000 Euro, Mal seh'n Kino | 15.000 Euro, Orfeo's Erben | 15.000 Euro, Harmonie Kinos | 11.000 Euro, BALi-Kinos Kassel | 8.000 Euro, Filmladen Kassel | 8.000 Euro, Lichtspielhaus Lauterbach | 8.000 Euro, programmkino rex Darmstadt | 5.000 Euro, Kammer-Palette-Atelier Marburg | 5.000 Euro, KULT Kinobar Bad Soden | 5.000 Euro.

Alle Informationen zum Hessischen Filmpreis und die Jury-Begründungen finden Sie unter www.hessischer-filmpreis.de

 

Über die Film- und Kinopreise
Seit 1989/1990 zeichnet das Land Hessen einmal jährlich Filmemacher und Kinobetreiber mit dem Hessischen Film- und Kinopreis aus. Der Hessische Film- und Kinopreis ist eine Veranstaltung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst in Kooperation mit der HessenFilm und Medien GmbH. Es stehen Preisgelder in Höhe von insgesamt 247.500 € zur Verfügung.

Die Kategorien:

Der mit insgesamt 75.000 € ausgestattete Hessische Filmpreis erreicht den Regisseur oder die Regisseurin des ausgewählten Spiel-, Dokumentar- und Kurz- oder Experimentalfilms. Der Preis kann höchstens auf drei Filme verteilt werden. Voraussetzung ist ein Hessenbezug des Films oder des/r Produzenten/in.

Der Hessische Drehbuchpreis in Höhe von 7.500 € wird an den/die jeweilige/n Autor/in des Drehbuches vergeben. Vorraussetzung ist ein „Hessenbezug“ der Person selbst oder der eingereichten Arbeit.

Der Hessische Hochschul-Filmpreis ist mit 7.500 € dotiert und wird für den besten Abschlussfilm eines Studiums an einer hessischen Ausbildungsstätte der Absolventin oder dem Absolventen verliehen.

Seit 2017 wird der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis durch den Kunst- und Kulturminister vergeben.

Die Fertigstellung des eingereichten Films bzw. Drehbuchs dürfen nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Vergeben werden die Film-, Drehbuch- und Hochschulfilmpreise aufgrund des Vorschlags einer unabhängigen Preisjury. Die Preisjury für den Hessischen Filmpreis wird vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag der HessenFilm und Medien GmbH berufen.

Der Hessische Kinokulturpreis für gewerbliche Kinos ist mit insgesamt mit 120.000 Euro dotiert und wird für herausragendes kulturelles Engagement verliehen. Der Hessische Kinokulturpreis für kommunale Kinos wird an nicht gewerblich betriebene Abspielstätten, kommunale Kinos und Kinoinitiativen verliehen. Die Auszeichnung honoriert hervorragende Leistungen im Bereich des nicht gewerblichen Abspiels und ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger für den Hessischen Kinokulturpreis trifft die Jury „Abspiel“ der HessenFilm und Medien GmbH.

Außerdem verleiht der Intendant des Hessischen Rundfunks den Hessischen Fernsehpreis in den Kategorien "Bester Darsteller" und "Beste Darstellerin", den der hr in Zusammenarbeit mit der HessenFilm und Medien GmbH vergibt. Die Mitglieder der jeweils auf zwei Jahre berufenen unabhängigen Fernsehpreisjury des hr entscheiden jährlich im Herbst über die Auszeichnung für herausragende schauspielerische Leistungen im Fernsehspiel. Der Hessische Fernsehpreis ist undotiert.

Seit 2003 vergibt der Hessische Ministerpräsident im Rahmen der Verleihung der Hessischen Film- und Kinopreise einen Ehrenpreis. Diese Auszeichnung für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich ist nicht dotiert und wird in einem internen Auswahlverfahren vergeben.

Bis 2014 wurde außerdem die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung "Beste internationale Literaturverfilmung" von der Frankfurter Buchmesse vergeben, um die enge Verbindung von Buch- und Filmbranche zu verdeutlichen.

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