Hessischer Film- und Kinopreis

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Am Freitag, 21. Oktober, wurde der Hessische Film- und Kinopreis 2016 in der Alten Oper Frankfurt am Main verliehen. Regisseur Gordian Maugg erhielt für die Produktion „Fritz Lang“ den Preis in der Kategorie „Bester Spielfilm“. Im Rahmen des vom Hessischen Rundfunk gestifteten Hessischen Fernsehpreises wurden Margarita Broich als „Beste Schauspielerin“ sowie Heino Ferch als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet. Der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten ging an Klaus Maria Brandauer.

Die Preisträger in der Übersicht

Kategorie: Bester Spielfilm
Preisträger: Fritz Lang
Regie: Gordian Maugg
Preisgeld: 25.000 Euro, Nominierungsgeld: 5.000 Euro
Spielfilm, schwarz-weiß, 104 Minuten, Deutschland 2015
Eine Produktion von Belle Epoque Films GmbH in Koproduktion mit Gordian Maugg Film- und Fernsehproduktionen in Zusammenarbeit mit dem ZDF und arte
Buch: Alexander Häusser, Gordian Maugg, Produzentin: Nicole Ringhut, Kamera: Lutz Reitemeier, Moritz Anton, Ton: Peter Schumacher, Schnitt: Florentine Bruck, Olivia Retzer, Musik: Tobias Wagner
Darsteller: Heino Ferch, Thomas Thieme, Samuel Finzi, Johanna Gastdorf, Lisa Charlotte Friedrich

Auszug aus der Jurybegründung: Eine ästhetisch gelungene Collage von fiktionalen Schauspielszenen und historischem Archivmaterial. Letztlich ist es der bemerkenswerte Schnitt, welcher neben der historisch anmutenden darstellerischen Leistung des Schauspielensembles diesen biographischen Essay erzählt. Gordian Mauggs Film über Fritz Lang ist ein furioses Kunstwerk über einen großen, nicht unumstrittenen Künstler.

Kategorie: Bester Dokumentarfilm
Preisträger: Ghostland – The View Of The Ju/‘Hoansi
Regie: Simon Stadler, Catenia Lermer
Preisgeld: 15.000 Euro, Nominierungsgeld: 5.000 Euro
Dokumentarfilm, Farbe, 85 Minuten, Deutschland 2016
Eine Produktion von Cameleon Film
Buch: ohne, Produzent: Simon Stadler, Kamera: Simon Stadler, Ton: Catenia Lermer, Schnitt: Andre Broecher, Markus Frohnhöfer. Musik: Matthias Raue
Mitwirkende: Ju/’Hoansi (San) aus Namibia

Auszug aus der Jurybegründung: Die Erkenntnis der Ju/'Hoansi-San, dass das Leben in der Heimat immer noch am schönsten ist, hat auf den Zuschauer eine nachhaltige Wirkung und regt zur Reflektion an.

Kategorie: Bester Kurzfilm
Preisträger: Ships passing in the night
Regie: Elisabeth Zwimpfer
Preisgeld: 5.000 Euro
Kurzfilm, Animationsfilm, Farbe, 12 Minuten, Deutschland 2015
Buch, Produzentin, Animation, Schnitt: Elisabeth Zwimpfer, Ton: Tobias Böhm, Christian Wittmoser, Musik: Kanté Manfila & Balla Kalla, Julia Kotowski
Stimmen: Napo Oubo-Gbati, Maike Koller, Girmay Asefaw, Gaetano Maruccia, Edgard Sueyem, Freweini Yauhannes, Helen Alem, Habtom Gebremichal, Nadim Natour u.a.

Auszug aus der Jurybegründung: Der sehr direkte Ton, das Voicing, die Hintergrundgeräusche und die melodische Musik verstärken die ästhetische Atmosphäre. Gerade diese Ästhetik in Kombination mit dem aktuellen Thema, macht den Kurzfilm in der Wirkung so direkt und ehrlich – und einzigartig.

Kategorie: Hessischer Hochschulfilmpreis
Preisträger: Nächstenliebe
Regie: Simon Pilarski
Preisgeld: 7.500 Euro
Spielfilm, Farbe, 22 Minuten, Deutschland 2015
Buch, Produktion, Schnitt, Szenenbild: Simon Pilarski, Herstellungsleitung: Johannes Höffler, Kamera: Nico Nonne, Ton: Peter Lange, Musik: Sergios Roth
Darsteller: Rainer Wagner, Oskar Keymer, Alexander Bettendorf, Christoph Stein, Johannes Schedl, Frederic Heidorn, Christian Stotz, Michael Altmann, Ute Ehrenfels, Sana Guillera

Auszug aus der Jurybegründung: Die Vielschichtigkeit des Themas wird in den drei Erzählebenen des Plots aufgegriffen, wobei ihm auch hier die filmtechnischen Übergänge und die inhaltliche Verknüpfung trotz Mehrfachbesetzung des Protagonisten sehr gut gelingen. Schließlich verleiht Simon Pilarski seinem Film mit auf die Szenen perfekt abgestimmter Musik die Krönung, so dass der Zuschauer bis unter die Haut ergriffen ist.

Kategorie: Hessischer Drehbuchpreis
Preisträger: Herr Klee und Herr Feld
Autor: Michel Bergmann
Preisgeld: 7.500 Euro
Laudatio: Feo Aladag

Auszug aus der Jurybegründung: Mit viel Herzblut hat er ein formal wie inhaltlich überzeugendes Drehbuch abgeliefert und konnte die Jury auf ganzer Länge überzeugen. Nach dem Lesepublikum soll ihm ein begeistertes Filmpublikum beschert sein.

Jury:
Hessischer Filmpreis, Drehbuchpreis, Hochschulfilmpreis
Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer HessenFilm und Medien (Juryvorsitz)
Dennenesch Zoudé, Schauspielerin
Christian Bührmann, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Prof. Wilhelm Weber, Dekan des Fachbereichs Media, Hochschule Darmstadt
Peter Zingler, Drehbuchautor

Kategorie: Hessischer Kinokulturpreis

Der mit insgesamt 95.000 Euro dotierte Kinokulturpreis wurde an zwölf gewerbliche und acht nicht gewerbliche Kinos in Lich, Kassel, Witzenhausen, Lauterbach, Darmstadt, Kassel, Marburg, Wiesbaden, Eschborn, Schlüchtern und Weiterstadt verliehen. Von den Kinos in Frankfurt erhielten das Mal Seh’n Kino, Orfeos Erben, Harmonie und Cinema sowie das Filmforum Höchst, das Kino des Deutschen Filmmuseums und Pupille - Kino in der Uni jeweils eine Auszeichnung.

Auszug aus der Jurybegründung: Die hessische Kinolandschaft ist geprägt von Vielfalt: In den urbanen Zentren finden sich Studenteninitiativen, kollektiv betriebene Kinoinitiativen, klassische Arthousecenter, Programmkinos, Filmmuseen oder kommunale Kinos. Insbesondere die Landeshauptstadt wartet mit zwei großartigen Playern auf, die sich wunderbar ergänzen. Auf dem Land schaffen es Kinos in Lauterbach, Lich oder Schlüchtern mit ihren Programmen ein wahrer Kulturmagnet zu sein und das Herzstück ihres Ortes. Während in den Städten die Kinos sich Herausforderungen wie der Konkurrenz durch andere Freizeit- und Kultureinrichtungen stellen, kämpfen die Landkinos erstaunlich erfolgreich mit einem vermeintlichen Standortnachteil.

Jury:
Maike Mia Höhne (Kuratorin Berlinale Shorts)
Iris Praefke (Geschäftsführerin Moviemento Kino, Berlin)
Christiane Schleindl (Leiterin Filmhaus, Nürnberg)
Hans Joachim Mendig (Jury-Leitung, Geschäftsführer HessenFilm und Medien)

Kategorie: Hessischer Fernsehpreis „Beste Schauspielerin“
Preisträgerin: Margarita Broich
Preisgeld: undotiert
Ausgezeichnet für ihre Rollen in der hr-Produktion „Tatort: Wendehammer“ sowie in der Degeto-Produktion „Aufbruch“ ausgezeichnet.
Regie: Markus Imboden, 90 Minuten, Deutschland

Auszug aus der Jurybegründung: Margarita Broich ist ein Phänomen. Eine Verwandlungskünstlerin, die keine komplizierten Frisuren-Kreationen braucht, um eine andere zu werden. […] Immer ist da diese umwerfende Körperlichkeit, mit der sie aus jeder Figur einen Solitär formt, der in keine Schublade passt.

Kategorie: Hessischer Fernsehpreis „Bester Schauspieler“
Preisträger: Heino Ferch
Preisgeld: undotiert
Ausgezeichnet für seine Rolle in der Degeto-Produktion „Allmen und die Libellen“
Regie: Thomas Berger, 88 Minuten, Deutschland 2016

Auszug aus der Jurybegründung: An der Seite des kongenialen Samuel Finzi gelingt es Heino Ferch, eine Figur von internationalem Format zu schaffen, die ein kleines bisschen über dem Boden zu schweben scheint und aus Haltung allerbeste Unterhaltung macht.

Jury:
Liane Jessen (Leiterin Fernsehspiel und Spielfilm des Hessischen Rundfunks)
Herbert Knaup (Schauspieler)
David Ungureit (Drehbuchautor)
Tanja Ziegler (Produzentin)
Christel Schmidt (Jury-Vorsitz, FS Programm-Management des Hessischen Rundfunks)

Kategorie: Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten
Den diesjährigen undotierten Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten erhält Schauspieler Klaus Maria Brandauer.

Volker Bouffier: „Klaus Maria Brandauer ist einer der herausragenden deutschsprachigen Theater- und Filmschauspieler der letzten 35 Jahre. Er nennt eine erstaunliche schauspielerische Vielfalt sein eigen, die er mit einer einnehmenden Präsenz verknüpft, mit der er sein internationales Publikum begeistert. Bereits ein Gigant an seiner künstlerischen Heimat, dem Wiener Burgtheater, drückt er mit „Mephisto“ über Nacht auch dem Kino seinen Stempel auf und bringt so Nicht-Theatergänger in den Genuß seiner überwältigenden Kunst. Große internationale Rollen folgen, doch Brandauer zieht es immer wieder zum Theater - als Schauspieler aber auch als Regisseur. Nicht zu vergessen seine Inszenierungen von Berthold Brechts „Dreigroschen-oper" oder Richard Wagners Oper „Lohengrin". Klaus Maria Brandauer hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen, vor dem ich mich zutiefst verneige.“

 

Über die Film- und Kinopreise
Seit 1989/1990 zeichnet das Land Hessen einmal jährlich Filmemacher und Kinobetreiber mit dem Hessischen Film- und Kinopreis aus. Der Hessische Film- und Kinopreis ist eine Veranstaltung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst in Kooperation mit der HessenFilm und Medien GmbH. Die Film- und Kinopreise sind mit insgesamt 185.000 Euro dotiert. 

Die Kategorien:

Der mit insgesamt 75.000 € ausgestattete Hessische Filmpreis erreicht den Regisseur oder die Regisseurin des ausgewählten Spiel-, Dokumentar- und Kurz- oder Experimentalfilms. Der Preis kann höchstens auf drei Filme verteilt werden. Voraussetzung ist ein Hessenbezug des Films oder des/r Produzenten/in.

Der Hessische Drehbuchpreis in Höhe von 7.500 € wird an den/die jeweilige/n Autor/in des Drehbuches vergeben. Vorraussetzung ist ein „Hessenbezug“ der Person selbst oder der eingereichten Arbeit.

Der Hessische Hochschul-Filmpreis ist mit 7.500 € dotiert und wird für den besten Abschlussfilm eines Studiums an einer hessischen Ausbildungsstätte der Absolventin oder dem Absolventen verliehen.

Die Fertigstellung des eingereichten Films bzw. Drehbuchs dürfen nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Vergeben werden die Film-, Drehbuch- und Hochschulfilmpreise aufgrund des Vorschlags einer unabhängigen Preisjury. Die Preisjury für den Hessischen Filmpreis wird vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag der HessenFilm und Medien GmbH berufen.

Der Hessische Kinokulturpreis für gewerbliche Kinos ist mit insgesamt mit 75.000 Euro dotiert und wird für herausragendes kulturelles Engagement verliehen. Der Hessische Kinokulturpreis für kommunale Kinos wird an nicht gewerblich betriebene Abspielstätten, kommunale Kinos und Kinoinitiativen verliehen. Die Auszeichnung honoriert hervorragende Leistungen im Bereich des nicht gewerblichen Abspiels und ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger für den Hessischen Kinokulturpreis trifft die Jury „Abspiel“ der HessenFilm und Medien GmbH.

Außerdem verleiht der Intendant des Hessischen Rundfunks den Hessischen Fernsehpreis in den Kategorien "Bester Darsteller" und "Beste Darstellerin", den der hr in Zusammenarbeit mit der HessenFilm und Medien GmbH vergibt. Die Mitglieder der jeweils auf zwei Jahre berufenen unabhängigen Fernsehpreisjury des hr entscheiden jährlich im Herbst über die Auszeichnung für herausragende schauspielerische Leistungen im Fernsehspiel. Der Hessische Fernsehpreis ist undotiert.

Seit 2003 vergibt der Hessische Ministerpräsident im Rahmen der Verleihung der Hessischen Film- und Kinopreise einen Ehrenpreis. Diese Auszeichnung für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich ist nicht dotiert und wird in einem internen Auswahlverfahren vergeben.

Bis 2014 wurde außerdem die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung "Beste internationale Literaturverfilmung" von der Frankfurter Buchmesse vergeben, um die enge Verbindung von Buch- und Filmbranche zu verdeutlichen.

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