Hessischer Film- und Kinopreis

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Preisträger Hessischer Film- und Kinopreis 2014


Am 10. Oktober wurde der Hessische Film- und Kinopreis 2014 in der Alten Oper in Frankfurt am Main verliehen. Dieses Jahr feiert der Preis sein 25-jähriges Jubiläum. Der Hessische Fernsehpreis wurde zum zwölften Mal verliehen.

Sonja Heiss gewann mit „Hedi Schneider steckt fest“ in der Kategorie Bester Spielfilm. „Die fragile Balance zwischen berührendem Drama und leichtfüßiger Komödie wird von Sonja Heiss scheinbar mühelos und mit großer erzählerischer Eleganz gemeistert – ein Kunsstück, das im deutschen Kino nur wenigen Regisseuren gelingt“, so die Filmpreis-Jury. Der Spielfilm erzählt die Geschichte von Hedi Schneider, die von unerklärlichen Panikattacken heimgesucht wird, die das Leben mit ihrem Mann und ihrem Sohn schwer belasten und die junge Familie beinahe auseinanderbrechen lassen. Der Hessische Filmpreis ist in der Kategorie Bester Spielfilm mit 15.000 Euro dotiert.

Nadav Schirman bekam den Hessischen Filmpreis für „The Green Prince". Der Dokumentarfilm basiert auf der Autobiografie „Son of Hamas“ von Mosab Hassan Yousef. Als Sohn des Hamas-Mitgründers Scheich Hassan Yousef wurde er zu einem der wichtigsten Agenten des israelischen Geheimdienstes Shin Beth. Die Filmpreis-Jury: „Schirmans spannender Dokumentarfilm bricht die Ausweglosigkeit im Nahost-Konflikt auf die Person von Mosab herunter und fängt dabei gekonnt die Atmosphäre von Verrat und ständigem Misstrauen ein, die an den Zuschauer weitergegeben wird: Wer sagt hier die Wahrheit? […] ‚The Green Prince' ist nicht einfach ein Dokumentarfilm, sondern ein psychologisch komplexer Thriller, den Nadav Schirman großartig, packend und souverän umgesetzt hat.“ Der Dokumentarfilm wurde mit Mitteln der Hessischen Filmförderung unterstützt und kommt am 27. November in die deutschen Kinos. Der Hessische Filmpreis ist in der Kategorie Bester Dokumentarfilm mit 15.000 Euro dotiert.

Der Hessische Filmpreis in der Kategorie „Experimentalfilm“ ging an Nino Pezzella für „Femminielli“, der die aussterbende Transgender-Tradition der Femminielli im Spanischen Viertel Neapels porträtiert. Biologisch als Männer geboren, aber meist von Kindheit an als Frauen lebend, werden sie als Glücksbringer verehrt und sind in der neapolitanischen Gesellschaft verankert. „Nino Pezzella setzt den Femminielli in seinem gelungenen Langzeitprojekt ein Denkmal“, so die Filmpreis-Jury. „Er ist vier Hauptakteuren über zehn Jahre gefolgt und lässt uns teilhaben an ihren Leben, ihren Ritualen, ihren Problemen, ihrem Witz und ihrer gesellschaftlichen Funktion als befreiendes Ventil nicht gelebter Sehnsüchte. In seiner experimentellen Art des Filmens spiegelt sich die spielerische Theatralik der Femminielli und liefert nebenbei einen angenehm irritierenden Beitrag zur Transgender-Diskussion unserer Tage.“ „Femminielli“ wurde von der Hessischen Filmförderung gefördert. Der Hessische Filmpreis ist in der Kategorie Experimentalfilm mit 15.000 Euro dotiert.

Der mit 7.500 Euro dotierte Drehbuchpreis ging an Numan Acar und seine Co-Autoren Sinan Akkus und Tim Krause für „Weihnachten unterm Halbmond“. Aus der Jurybegründung: „‚Weihnachten unterm Halbmond‘ setzt sich auf berührende und witzige Art mit verschiedenen Glaubensrichtungen in Deutschland auseinander – jenseits von Rollenklischees.“

„Richard & Gilbert“ von David Sarno erhielt den Hessischen Hochschulfilmpreis, der ebenfalls mit 7.500 Euro dotiert ist. „Eigentlich müsste man für ‚Richard & Gilbert‘ ein eigenes Genre erfinden, denn dieser großartige Kurzfilm will sich in keiner Schublade so recht kategorisieren lassen“, so die Jury. „Der Film erzählt in technischer Perfektion und meisterhaften Tableaus, deren Lichtführung einen an Caravaggio denken lässt, die düstere Geschichte eines Detektivs und seines Assistenten, die eine brutale Mordserie aufklären müssen und zugleich von einem homoerotischen Verlangen zueinander gezogen werden.“

Der mit insgesamt 95.000 Euro dotierte Kinokulturpreis wurde an elf gewerbliche Kinos - Kino Traumstern, Lich; Mal Seh'n Kino, Frankfurt; BALi-Kinos im Kulturbanhof Kassel; Capitol Kino Witzenhausen; Lichtspielhaus Lauterbach; Orfeo's Erben, Frankfurt; programmkino rex, Darmstadt; Filmladen Kassel; Kammer - Palette - Atelier, Marburg; Filmtheater Valentin, Frankfurt; Harmonie Kinos Frankfurt, Frankfurt - sowie sieben nichtgewerbliche Kinos - Kino des Deutschen Filmmuseums, Frankfurt; Pupille - Kino in der Uni, Frankfurt; Murnau-Filmtheater, Wiesbaden; Filmforum Höchst, Frankfurt-Höchst; Kommunales Kino Weiterstadt; Caligari FilmBühne, Wiesbaden; Traumakino, Marburg - verliehen. Die Jury für den Hessischen Kinokulturpreis hob bei den gewerblichen Kinos besonders die Filmtheater Mal Seh'n Kino in Frankfurt sowie das Kino Traumstern in Lich hervor, bei den nicht gewerblichen Kinos das Kino des Deutschen Filmmuseums und das Pupille e. V. – Kino in der Uni, beide in Frankfurt.

Alwara Höfels und Matthias Brandt mit Hessischem Fernsehpreis ausgezeichnet

Der Hessische Fernsehpreis ging an die Schauspielerin Alwara Höfels für ihre Rollen in „Die Fischerin“ und „Dr. Gressmann zeigt Gefühle“. Die Fernsehpreis-Jury hob hervor, dass Höfels schwer auf einen Rollentypus festzulegen sei – „sie ist einfach eine Spezialistin der Vielseitigkeit.“ Und weiter: „Alwara Höfels gibt ihren Figuren etwas Starkes, ohne dabei ihre Schwächen und Widersprüche zu verleugnen“.

Matthias Brandt wurde für seine Rolle in „Männertreu“ ausgezeichnet. „Der von Matthias Brandt gespielte Georg Sahl ist ein Alpha-Mann auf dem Sprung zum höchsten Amt im Staate“, so die Fernsehpreis-Jury. „Wie kaum ein Zweiter versteht Matthias Brandt sich darauf, mit dem Zucken einer Augenbraue oder dem Unterdrücken eines als selbstgefällig erkannten Lächelns Inneres nach außen zu kehren und so das Publikum teilhaben zu lassen an der Menschwerdung seiner Figur.“

Der Hessische Fernsehpreis ist undotiert.

Sonderpreise für Iris Berben und Anton Corbijn

Iris Berben wurde mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten ausgezeichnet. „Sie hat über Jahrzehnte hinweg ihr Publikum mit ihrem Talent und ihrer Schauspielkunst in unzähligen Rollen begeistert. Ihr Name ist verbunden mit glanzvollen Stunden großer Film- und Fernsehunterhaltung, mit der sie Generationen beeindruckt, erfreut, erheitert, mitgerissen und unterhalten hat“, so Ministerpräsident Volker Bouffier zu der Auszeichnung. Der Ehrenpreis ist undotiert.

Der von der Frankfurter Buchmesse gestiftete Preis für die „Beste internationale Literaturverfilmung“ ging an Anton Corbijn für „A Most Wanted Man“, die Verfilmung des gleichnamigen Romans von John le Carré. Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, zu seiner Entscheidung: „Anton Corbijn hat für den in seiner Narration anspruchsvollen und komplex strukturierten Roman eine bemerkenswerte Bildsprache gefunden. Licht und Schatten liegen in ‚A Most Wanted Man‘ nah beieinander: Luxus, Elend und die Brutalität Hamburgs, das intrigante, gefährliche Spiel der Agenten sind sorgfältig in Szene gesetzt. Die Schauspielertruppe verleiht der Erzählung eine geradezu gespenstische Authentizität, insbesondere der herausragende Philip Seymour Hoffman brilliert in einer seiner letzten Rollen.“ Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Aktuelle Informationen zum Hessischen Filmpreis sowie alle vollständigen Jurybegründungen finden Sie unter www.hessischer-filmpreis.de

 

 


Über den Hessischen Film- und Kinpreis:
Seit 1989/1990 zeichnet das Land Hessen einmal jährlich Filmemacher und Kinobetreiber mit dem Hessischen Film- und Kinopreis aus. Die Förderpreise und Auszeichnungen werden vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit der Hessischen Filmförderung verliehen und sind mit insgesamt 185.000 Euro dotiert. 

Die Kategorien:

Der mit insgesamt 75.000 € ausgestattete Hessische Filmpreis erreicht den Regisseur oder die Regisseurin des ausgewählten Spiel-, Dokumentar- oder Kurzfilms. Der Preis kann höchstens auf drei Filme verteilt werden. Voraussetzung ist ein Hessenbezug des Films oder des/r Produzenten/in.

Der Hessische Drehbuchpreis in Höhe von 7.500,- € wird an den/die jeweilige/n Autor/in des Drehbuches vergeben. Vorraussetzung ist ein „Hessenbezug“ der Person selbst oder der eingereichten Arbeit.

Der Hessische Hochschul-Filmpreis ist mit 7.500,- € dotiert und wird für den besten Abschlussfilm eines Studiums an einer hessischen Ausbildungsstätte der Absolventin oder dem Absolventen verliehen.

Die Fertigstellung des eingereichten Films bzw. Drehbuchs dürfen nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Vergeben werden die Film-, Drehbuch- und Hochschulfilmpreise aufgrund des Vorschlags einer unabhängigen Preisjury. Die Preisjury für den Hessischen Filmpreis wird vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag des Film- und Kinobüro Hessen e.V. und des Filmhaus Frankfurt e.V. berufen.

Der Hessische Kinokulturpreis für gewerbliche Kinos ist mit insgesamt mit 75.000 Euro dotiert und wird für herausragendes kulturelles Engagement verliehen. Der Hessische Kinokulturpreis für kommunale Kinos wird an nicht gewerblich betriebene Abspielstätten, kommunale Kinos und Kinoinitiativen verliehen. Die Auszeichnung honoriert hervorragende Leistungen im Bereich des nicht gewerblichen Abspiels und ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Über die Vergabe der Kinokulturpreise entscheidet eine eigene Jury.

Außerdem verleiht der Intendant des Hessischen Rundfunks den Hessischen Fernsehpreis in den Kategorien "Bester Darsteller" und "Beste Darstellerin", den der hr in Zusammenarbeit mit der Hessischen Filmförderung vergibt. Die Mitglieder der jeweils auf zwei Jahre berufenen unabhängigen Fernsehpreisjury des hr entscheiden jährlich im Herbst über die Auszeichnung für herausragende schauspielerische Leistungen im Fernsehspiel. Der Hessische Fernsehpreis ist undotiert.

Seit 2003 vergibt der Hessische Ministerpräsident im Rahmen der Verleihung der Hessischen Film- und Kinopreise einen Ehrenpreis. Diese Auszeichnung für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich ist nicht dotiert und wird in einem internen Auswahlverfahren vergeben.

Die Frankfurter Buchmesse hat die Auszeichnung "Beste internationale Literaturverfilmung" 2004 ins Leben gerufen, um die enge Verbindung von Buch- und Filmbranche zu verdeutlichen, und ehrt damit jedes Jahr eine herausragende Literaturverfilmung. Der Preis wird in einem internen Auswahlverfahren vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Alle aktuellen Preisträger sowie die Bewerbungsformalitäten der einzelnen Kategorien finden Sie auf der offiziellen Website des Hessischen Film- und Kinopreises.

 

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