Hessischer Film- und Kinopreis

 

Am 11. Oktober wurde der Hessische Film- und Kinopreis 2013 in der Alten Oper in Frankfurt am Main verliehen.

Regisseurin Pola Beck gewann mit "Am Himmel der Tag" in der Kategorie Bester Spielfilm. "Pola Beck wagt viel in ihrem Debütfilm - sehr viel, und es gelingt ihr auf Anhieb. Mit großer inszenatorischer Sicherheit setzt sie ein gutes Drehbuch um und erzählt in bestechenden Kinobildern vom Reifeprozess einer jungen Frau.", so die Filmpreis-Jury zu "Am Himmel der Tag". Der Spielfilm erzählt die Geschichte der jungen Studentin Lara, die orientierungslos durch ihr Studium und ihr Leben treibt. Als sie ungeplant schwanger wird, will sie ihr Leben neu ordnen. "Am Himmel der Tag" wurde von der Hessischen Filmförderung (HFF - Filmförderung des Landes Hessen und des Hessischen Rundfunks) gefördert.

Inigo Westmeier bekam den Hessischen Filmpreis für "Drachenmädchen". Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von drei Mädchen in einer der größten Kung-Fu-Schulen Chinas. Die Filmpreis-Jury dazu: "Weit entfernt von ihren Familien kämpfen sich die Mädchen und Jungen durch einen Alltag, der von Disziplin, Regeln und täglichem, harten Training geprägt ist." Der Dokumentarfilm wurde mit Mitteln der Hessischen Filmförderung unterstützt.

Der Hessische Filmpreis in der Kategorie Kurzfilm ging an Arne Ahrens für "Meine Beschneidung". Der Kurzfilm lief erfolgreich auf vielen Festivals und gewann unter anderem den Publikumspreis auf dem Max-Ophüls-Preis 2013. "Meine Beschneidung" wurde von der Hessischen Filmförderung gefördert. Der Drehbuchpreis ging an Piotr J. Lewandowski für "Jonathan". Aus der Jurybegründung: "Ein Drehbuch voller Zärtlichkeit und schmerzhafter Erfahrungen, dem die Jury eine gute Hand bei der Umsetzung wünscht." "Jonathan" wurde von der Hessischen Filmförderung gefördert, ebenso wie der Kurzfilm "Pieces of Venus" von Daniel Frerix, der den Hochschulfilmpreis erhielt.

Der mit insgesamt 95.000 Euro dotierte Kinokulturpreis wurde an neun gewerbliche und acht nichtgewerbliche Kinos in Darmstadt, Frankfurt, Lauterbach, Lich, Marburg, Kassel, Weiterstadt, Wiesbaden und Witzenhausen verliehen. Das Kino Gelnhausen wurde außerdem mit einer Urkunde für sein vielseitiges Engagement für die Kinokultur gewürdigt. Die Jury für den Hessischen Kinokulturpreis hob bei den gewerblichen Kinos besonders die Filmtheater Orfeo’s Erben und das Mal Seh’n Kino in Frankfurt sowie das Kino Traumstern in Lich hervor, bei den nicht gewerblichen Kinos das Filmforum Höchst.

Der Hessische Fernsehpreis ging an die Schauspielerin Lisa Wagner für ihre Rolle in "Kommissarin Heller - Tod am Weiher". Die Fernsehpreis-Jury hob hervor, dass Lisa Wagners Kommissarin Heller der seltene Fall eines Filmcharakters sei, "der einem immer dann, wenn man glaubt, ihn verstanden zu haben, eine neue, unerwartete Seite zeigt - ganz so, als wäre sie ein echter Mensch." Thomas Thieme wurde für seine Rolle in "Das letzte Wort" ausgezeichnet. "Thomas Thieme taucht tief in seine Figuren ein - und als Zuschauer halten wir den Atem an", urteilte die Fernsehpreis-Jury über seine schauspielerische Leistung.
In diesem Jahr wurde auch ein Sonderpreis der Jury verliehen: Er ging an Rainer Ewerrien und Carsten Strauch für ihre Rollen in "Götter wie wir". Die Jury dazu: "Rainer Ewerrien und Carsten Strauch spielen nicht nur Inge und Renate Gott, sondern auch noch über ein Dutzend weiterer Rollen in der von ihnen und Nina Werth erfundenen Serie. Sie brillieren als Noah, Moses, Judas oder Jesus und tun dies stets mit untrüglichem Gespür für Feinheiten. Ihr Humor setzt nicht auf die brachiale Pointe, sondern auf Charme, Ironie und Überraschung."

Hannelore Hoger wurde mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Der Ehrenpreis ist undotiert. Der von der Frankfurter Buchmesse gestiftete Preis für die "Beste internationale Literaturverfilmung" ging an Ziad Doueiri und seine Frau Joëlle Touma für "The Attack". Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

In der Jury Hessischer Filmpreis waren Jakob Claussen (Produzent), Jenny Schily (Schauspielerin), Reiner Schöler (Referatsleiter Film HMWK), Ellen Wietstock (Filmjournalistin) und Maria Wismeth (Geschäftsführerin Hessische Filmförderung, Jury-Vorsitz).

Die Entscheidungen für den Hessischen Kinokulturpreis trafen Christopher Bausch (Kinobetreiber Casino Aschaffenburg), Bernd Brehmer (Festivalleiter UNDERDOX Filmfestival für Dokument und Experiment München), Volker Kufahl (Festivalleiter), Manja Malz (Programmkuratorin), Jutta Wille (Geschäftsführerin AG Kurzfilm) und Maria Wismeth (Jury-Leitung, Hessische Filmförderung).

Der Jury Hessischer Fernsehpreis gehörten Liane Jessen (Fernsehspielchefin, Hessischer Rundfunk), Herbert Knaup (Schauspieler), David Ungureit (Drehbuchautor) und Tanja Ziegler (Produzentin) an. Christel Schmidt, Co-Geschäftsführerin der HFF, hatte den Jury-Vorsitz inne.



Über den Hessischen Film- und Kinpreis:
Seit 1989/1990 zeichnet das Land Hessen einmal jährlich Filmemacher und Kinobetreiber mit dem Hessischen Film- und Kinopreis aus. Die Förderpreise und Auszeichnungen werden vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit der Hessischen Filmförderung verliehen und sind mit insgesamt 185.000 Euro dotiert. 

Die Kategorien:

Der mit insgesamt 75.000 € ausgestattete Hessische Filmpreis erreicht den Regisseur oder die Regisseurin des ausgewählten Spiel-, Dokumentar- oder Kurzfilms. Der Preis kann höchstens auf drei Filme verteilt werden. Voraussetzung ist ein Hessenbezug des Films oder des/r Produzenten/in.

Der Hessische Drehbuchpreis in Höhe von 7.500,- € wird an den/die jeweilige/n Autor/in des Drehbuches vergeben. Vorraussetzung ist ein „Hessenbezug“ der Person selbst oder der eingereichten Arbeit.

Der Hessische Hochschul-Filmpreis ist mit 7.500,- € dotiert und wird für den besten Abschlussfilm eines Studiums an einer hessischen Ausbildungsstätte der Absolventin oder dem Absolventen verliehen.

Die Fertigstellung des eingereichten Films bzw. Drehbuchs dürfen nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Vergeben werden die Film-, Drehbuch- und Hochschulfilmpreise aufgrund des Vorschlags einer unabhängigen Preisjury. Die Preisjury für den Hessischen Filmpreis wird vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag des Film- und Kinobüro Hessen e.V. und des Filmhaus Frankfurt e.V. berufen.

Der Hessische Kinokulturpreis für gewerbliche Kinos ist mit insgesamt mit 75.000 Euro dotiert und wird für herausragendes kulturelles Engagement verliehen. Der Hessische Kinokulturpreis für kommunale Kinos wird an nicht gewerblich betriebene Abspielstätten, kommunale Kinos und Kinoinitiativen verliehen. Die Auszeichnung honoriert hervorragende Leistungen im Bereich des nicht gewerblichen Abspiels und ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Über die Vergabe der Kinokulturpreise entscheidet eine eigene Jury.

Außerdem verleiht der Intendant des Hessischen Rundfunks den Hessischen Fernsehpreis in den Kategorien "Bester Darsteller" und "Beste Darstellerin", den der hr in Zusammenarbeit mit der Hessischen Filmförderung vergibt. Die Mitglieder der jeweils auf zwei Jahre berufenen unabhängigen Fernsehpreisjury des hr entscheiden jährlich im Herbst über die Auszeichnung für herausragende schauspielerische Leistungen im Fernsehspiel. Der Hessische Fernsehpreis ist undotiert.

Seit 2003 vergibt der Hessische Ministerpräsident im Rahmen der Verleihung der Hessischen Film- und Kinopreise einen Ehrenpreis. Diese Auszeichnung für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich ist nicht dotiert und wird in einem internen Auswahlverfahren vergeben.

Die Frankfurter Buchmesse hat die Auszeichnung "Beste internationale Literaturverfilmung" 2004 ins Leben gerufen, um die enge Verbindung von Buch- und Filmbranche zu verdeutlichen, und ehrt damit jedes Jahr eine herausragende Literaturverfilmung. Der Preis wird in einem internen Auswahlverfahren vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Alle aktuellen Preisträger sowie die Bewerbungsformalitäten der einzelnen Kategorien finden Sie auf der offiziellen Website des Hessischen Film- und Kinopreises.

 

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