Hessischer Film- und Kinopreis

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Am Freitag, 13. Oktober, wurde der Hessische Film- und Kinopreis 2017 in der Alten Oper Frankfurt am Main verliehen. Die Verleihung demonstrierte wie auch in den Vorjahren die enge Verbindung der Film- und Kinoszene Hessens, stets betonen die Besucher den familiären Charakter der Veranstaltung. Während der Moderator Jochen Schropp wie auch im Vorjahr versuchte, das Publikum mit kreativen Sketchen auf der Videoleinwand zu unterhalten, waren es insbesondere die von Emotion und Leidenschaft geprägten Momente, die die diesjährige Verleihung so besonders machten: Die Laudatoren Dietrich Brüggemann, Tom Lass und Jerry Hoffmann sorgten mit ihrem Ständchen für Ehrenpreisträger Ulrich Tukur für eine gelungene Überaschung bei allen Beteiligten. Regisseur Thomas Frickel, Gewinner des Dokumentarfilmpreis mit "Wunder der Wirklichkeit", eine Hommage an die 1991 verunglückte Filmemacher-Gruppe Cinema Concetta, meinte in seiner berührenden Dankesrede, dass auch seine verstorbenen Freunde und Kollegen eine Chance auf den Hessischen Filmpreis gehabt hätten. Der Schauspieler Jens Harzer wiederum gab zu, dass er auch mit einem "Fernsehpreis" in den Händen sich stets dem Theater verbunden fühlen würde. Und Ariane Hofmann vom Mal Seh'n Kino, eines der beliebtesten und erfolgreichsten Kinos im Bundesland, schilderte eindrücklich ihre Sorge um die finanzielle Zukunft des Kinos. Ihr Appell, das Preisgeld für die Kinopreisträger zu erhöhen, ist nicht nur eine Würdigung des Engagements aller ausgezeichneten Kinomacher, sondern auch eine berechtigte Forderung nach mehr Aufmerksamkeit für die stets sich im Existenzkampf befindende Kinobranche.

Die Gewinner des Hessischen Film- und Kinopreises sind:

In der Kategorie Hessischer Filmpreis – Spielfilm (25.000 Euro) gewann „Nur Gott kann mich richten“ (Regie: Özgür Yildirim).
In der Kategorie Hessischer Filmpreis – Dokumentarfilm (15.000 Euro) gewann „Wunder der Wirklichkeit“ (Regie: Thomas Frickel).
In der Kategorie Hessischer Filmpreis – Kurzfilm (5.000 Euro) gewann „Familienzuwachs“ (Regie Teresa Hoerl).
Den Hessischen Drehbuchpreis (7.500 Euro) gewann „Schneegestöber“ (Autor: David Ungureit, Bearbeitung: Rolf Silber).
Den Hessischen Hochschulfilmpreis (7.500 Euro) gewann „Ink of Yam“ (Tom Fröhlich).

In diesem Jahr wurde erstmals durch Kunst- und Kulturminister Boris Rhein der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis vergeben. Er ging an Jasna Fritzi Bauer. Sie wurde 1989 in Wiesbaden geboren und gehörte zuerst dem Jugendclub und später dem Ensemble des Hessischen Staatstheaters an. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Von 2012 bis 2015 stand sie am Wiener Burgtheater auf der Bühne. Im Jahr 2013 war sie für ihre Rolle in Bettina Blümners Drama „Scherbenpark“ als „Beste Schauspielerin“ für den Hessischen Fernsehpreis nominiert.
Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten 2017 erhielt Ulrich Tukur. Der 60 Jahre alte, im hessischen Viernheim geborene Schauspieler ist dem Publikum aus vielfach preisgekrönten Kino- und Fernsehfilmen bekannt. Er gilt als einer der renommiertesten Filmschauspieler seiner Generation in Deutschland.

In der Kategorie Hessischer Fernsehpreis – Beste Schauspielerin (undotiert) gewann Corinna Harfouch für ihre Leistung im Fernsehfilm „Viel zu nah“ (ARD) 2017, Regie: Petra K. Wagner.
In der Kategorie Hessischer Fernsehpreis - Bester Schauspieler (undotiert) gewann Jens Harzer für seine Leistung im Fernsehfilm „Tatort - Amour fou“ (ARD) 2017, Regie: Vanessa Jopp.

Mit den Hessischen Kinokulturpreisen werden gewerbliche und nichtgewerbliche Kinos in Hessen ausgezeichnet. Die Preise werden für eine besondere Programmgestaltung verliehen, welche das kulturelle Engagement der Kinos würdigen.
Für gewerbliche Kinos wurden Preisgelder von insgesamt 75.000 Euro verliehen. Sie gingen an das Mal Seh'n Kino in Frankfurt, die BALI-Kinos in Kassel, den Filmladen in Kassel, Orfeo's Erben in Frankfurt, Harmonie Kinos in Frankfurt, Capitol Kino in Witzenhausen, Kino Traumstern in Lich, Programmkino Rex in Darmstadt, das Lichtspielhaus Lauterbach in Lauterbach und das Kammer-Palette-Atelier in Marburg.
Nichtgewerbliche Kinos, Kommunale Kinos und Abspielstätten erhielten insgesamt 20.000 Euro. Ausgezeichnet wurden das Kommunale Kino Eschborn, das Murnau Filmtheater in Wiesbaden, Filmkreis - Das Unikino in Darmstadt, das Kino Pupille in Frankfurt, das Kommunale Kino Weiterstadt, das naxos.Kino in Frankfurt, das TraumKino im G-Werk in Marburg, das Filmforum Höchst in Frankfurt, das Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt und die Caligari FilmBühne in Wiesbaden.

„Eine Preisverleihung wie heute Abend zeigt nicht nur die Bandbreite schauspielerischen Könnens und herausragende Regie-Arbeit. Sie demonstriert gleichzeitig den Erfolg guter Förderung, die zu außergewöhnlichen Projekten führt. Gerade im vergangenen Jahr hat die Hessische Landesregierung entscheidende Schritte unternommen, um Hessen als Filmstandort weiter auszubauen. So wurden die Förderbedingungen angepasst, die Aufnahme Hessens im Länderverbund der großen Filmförderer ‚Focus Germany‘ ist gelungen, eine besondere Nachwuchsförderung wurde eingeführt und schließlich wurden auch mehr Filmfördermittel zur Verfügung gestellt. Die Filmförderung liegt in Hessen somit inzwischen bei rund 10 Millionen Euro“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Alle Informationen zum Hessischen Filmpreis, die Nominierungen sowie die genaue Preisgeldverteilung der Kinopreise finden Sie unter www.hessischer-filmpreis.de

 

Über die Film- und Kinopreise
Seit 1989/1990 zeichnet das Land Hessen einmal jährlich Filmemacher und Kinobetreiber mit dem Hessischen Film- und Kinopreis aus. Der Hessische Film- und Kinopreis ist eine Veranstaltung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst in Kooperation mit der HessenFilm und Medien GmbH. Die Film- und Kinopreise sind mit insgesamt 185.000 Euro dotiert. 

Die Kategorien:

Der mit insgesamt 75.000 € ausgestattete Hessische Filmpreis erreicht den Regisseur oder die Regisseurin des ausgewählten Spiel-, Dokumentar- und Kurz- oder Experimentalfilms. Der Preis kann höchstens auf drei Filme verteilt werden. Voraussetzung ist ein Hessenbezug des Films oder des/r Produzenten/in.

Der Hessische Drehbuchpreis in Höhe von 7.500 € wird an den/die jeweilige/n Autor/in des Drehbuches vergeben. Vorraussetzung ist ein „Hessenbezug“ der Person selbst oder der eingereichten Arbeit.

Der Hessische Hochschul-Filmpreis ist mit 7.500 € dotiert und wird für den besten Abschlussfilm eines Studiums an einer hessischen Ausbildungsstätte der Absolventin oder dem Absolventen verliehen.

Seit 2017 wird der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis durch den Kunst- und Kulturminister vergeben.

Die Fertigstellung des eingereichten Films bzw. Drehbuchs dürfen nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Vergeben werden die Film-, Drehbuch- und Hochschulfilmpreise aufgrund des Vorschlags einer unabhängigen Preisjury. Die Preisjury für den Hessischen Filmpreis wird vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag der HessenFilm und Medien GmbH berufen.

Der Hessische Kinokulturpreis für gewerbliche Kinos ist mit insgesamt mit 75.000 Euro dotiert und wird für herausragendes kulturelles Engagement verliehen. Der Hessische Kinokulturpreis für kommunale Kinos wird an nicht gewerblich betriebene Abspielstätten, kommunale Kinos und Kinoinitiativen verliehen. Die Auszeichnung honoriert hervorragende Leistungen im Bereich des nicht gewerblichen Abspiels und ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger für den Hessischen Kinokulturpreis trifft die Jury „Abspiel“ der HessenFilm und Medien GmbH.

Außerdem verleiht der Intendant des Hessischen Rundfunks den Hessischen Fernsehpreis in den Kategorien "Bester Darsteller" und "Beste Darstellerin", den der hr in Zusammenarbeit mit der HessenFilm und Medien GmbH vergibt. Die Mitglieder der jeweils auf zwei Jahre berufenen unabhängigen Fernsehpreisjury des hr entscheiden jährlich im Herbst über die Auszeichnung für herausragende schauspielerische Leistungen im Fernsehspiel. Der Hessische Fernsehpreis ist undotiert.

Seit 2003 vergibt der Hessische Ministerpräsident im Rahmen der Verleihung der Hessischen Film- und Kinopreise einen Ehrenpreis. Diese Auszeichnung für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich ist nicht dotiert und wird in einem internen Auswahlverfahren vergeben.

Bis 2014 wurde außerdem die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung "Beste internationale Literaturverfilmung" von der Frankfurter Buchmesse vergeben, um die enge Verbindung von Buch- und Filmbranche zu verdeutlichen.

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