575 Jahre Institut für Stadtgeschichte

 

Das Gedächtnis Frankfurts
Das Institut für Stadtgeschichte kann auf ein langes Bestehen zurückblicken. Das "Gedächtnis Frankfurts" ist seit 1436 mit dem Bezug des ersten Archivzweckbaus, des Turms Frauenrode, als Hüterin der städtischen Überlieferung historisch belegt. Somit feiert es in diesem Jahr sein 575-jähriges Jubiläum.

Zu diesem Anlass hat Institutsleiterin Evelyn Brockhoff gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein breit gefächertes Programm ausgearbeitet, das einen vielfältigen Einblick in die aktuelle Arbeit des Instituts bietet sowie die Geschichte und Bedeutung der Sammlungen der Öffentlichkeit vorstellt.

Vortragsreihe, Führung und Workshops
Das Programm begann im April 2011 mit einer 13-teiligen, teilweise multimedialen Vortragsreihe zu den Beständen, herausragenden Archivalien und Forschungen, denn "aktive Unterstützung lebendiger Geschichtsaneignung ist inzwischen eine der zentralen Aufgaben des Instituts für Stadtgeschichte", so Brockhoff. Die Vorträge befassen sich beispielsweise mit Restaurierung, dem Karmeliterkloster oder dem Internetportal www.frankfurt1933-1945.de. Eine Führung zu Postkarten- und Kartensammlung führt am Ende des Jahres in das sanierte Tiefmagazin. Zwei Workshops für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene unter dem Motto "Mach mit!" galten Urkunden und Siegeln.

Festakt, Ausstellung und Kurzfilm
Feierlicher Höhepunkt des Jubiläumsjahres war der Festakt am 12. September im Kaisersaal, der gleichzeitig auch die Ausstellung "Das Gedächtnis Frankfurts. 575 Jahre Institut für Stadtgeschichte" eröffnete, die bis 29. April 2012 zu sehen ist. Die Schau zeigt die traditionsreiche Geschichte und die wechselnden Aufgaben des Archivs, das sich parallel zum Entstehen der modernen Historiografie von der städtischen Altregistratur zum historischen Archiv entwickelte. Anstelle eines Buches präsentierte das Institut für Stadtgeschichte zum Festakt einen Kurzfilm, der die gegenwärtige Arbeit lebendig und szenisch darstellt. Der Film ist für die Nutzung auf der Website des Instituts, bei Führungen mit Schulklassen oder der Akquisition von neuen Sammlungsbeständen gedacht und wird auch in der Ausstellung gezeigt.

Symposion zu „BildGedächtnis und StadtIdentität“
An ein Fachpublikum und historisch Interessierte wandte sich ein Symposion zum Thema städtische Identität und Bildüberlieferung. Das Institut für Stadtgeschichte betreut mit rund zwei Millionen Fotos eine auch bundesweit herausragende stadtgeschichtliche Fotosammlung. Daraus ergeben sich im Zeitalter der Digitalisierung künftig neue Chancen, es sind aber auch neue Herausforderungen zu bewältigen. Die Referenten loteten die Bedeutung visuellen Kulturguts für Erinnerung und Orientierung aus und diskutierten über Strategien der Langzeitarchivierung sowie Chancen und Risiken der multimedialen Geschichtsvermittlung.

Sommerliches Jazzkonzert mit Christof Lauer
Ein Gesprächskonzert im Kreuzgang erwartete die Jubiläumsgäste am 23. August. In memoriam Albert Mangelsdorff begaben sich Jürgen Schwab und der langjährige Bühnenpartner Mangelsdorffs, Christof Lauer, auf die Spuren des weltweit gefeierten Frankfurter Posaunisten. Schwab stellte Stücke aus dessen erst kürzlich für das Institut erworbenem Nachlass vor. Anschließend gab der Saxofonist Christof Lauer ein Solo-Konzert.

Jubiläumsflyer
Unter den einzelnen Rubriken des Jubiläumsflyers sind alle Veranstaltungen zum Jubiläum des Instituts für Stadtgeschichte aufgeführt. Der Flyer mit allen Daten des Jubiläumsprogramms ist in der Bürgerberatung am Römerberg und im Institut für Stadtgeschichte erhältlich sowie unten und von der Website www.stadtgeschichte-frankfurt.de herunterzuladen. Ihn ziert die Figur des Frankfurter Stadtboten Henchin von Hanau, der als Geheimnisträger vermutlich weder lesen noch schreiben konnte und wohl manche der heute im Archiv verwahrten Urkunden transportierte. Ihn hat das Institut für Stadtgeschichte in einer Darstellung aus dem Jahr 1439 zu seinem Jubiläumsboten auserkoren.

Institut für Stadtgeschichte
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