Unter der Leitung des Fritz Bauer Instituts arbeiten seit 1992 Filmarchivare, Filmhistoriker und Holocaust-Forscher gemeinsam mit CineGraph e.V., dem Hamburgischen Centrum für Filmforschung, dem Deutschen Filminstitut – DIF in Frankfurt am Main und dem Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main an der Erschließung und Dokumentation des Zentralbestands von Filmen zur Geschichte und Wirkung des Holocaust. Im Rahmen des Projekts Cinematographie des Holocaust entsteht eine umfassende Datenbank mit Informationen zu Filmdokumenten.
Die Filme stammen u.a. aus dem Bestand des US-Army Signal Corps sowie anderer Filmdokumente der Alliierten, welche etwa die Befreiung der Vernichtungslager durch die alliierten Soldaten begleiten und das Leben von Holocaust-Überlebenden in den DP Camps schildern. Weiterhin Filmdokumente aus deutscher Produktion von vor 1945, internationale Spiel- und Dokumentarfilme von nach 1945, sowie amerikanische und sowjetische Antinazi- und Antifaschismusfilme aus den 30er und 40er Jahren.
Erfasst werden aber nicht nur die Filme selbst, sondern auch rezeptionsgeschichtlich bedeutsame Quellen wie etwa Informationen zur Kopien- und Aufführungsgeschichte, Filmkritiken, Propagandamaterial, Bilder, pädagogische Handreichungen und Zensurunterlagen.
Seit einigen Jahren wird ein umfangreicher Datenbestand im Internet bereitgestellt. Das damit öffentlich zugängliche Informationssystem der Cinematographie des Holocaust entspricht einer für unterschiedliche Nutzerinteressen transparenten Infrastruktur. Das Archiv ist für interessierte Laien ebenso zugänglich und verfügbar, wie für Wissenschaftler, Filmemacher und Journalisten, Pädagogen und Künstler.
Einmal jährlich veranstaltet die Arbeitsgruppe "Cinematographie des Holocaust" eine Tagung mit internationalen Teilnehmern, bei denen jeweils ein Themenscherpunkt behandelt wird, zum Beispiel "Holocaust und Populärkultur".