Die Firma Opel wurde 1862 in Rüsselsheim gegründet und produzierte zunächst Nähmaschinen. Erst später kamen Motorräder und Autos hinzu. Das Firmenlogo bestand zuerst aus den Buchstaben "A" und "O", für Adam Opel. Erst 1887 wurde das bis heute bekannte Logo eingeführt: der stilisierte Blitz mit dem Ring.
Opel setzte schon früh Design-Highlights: 1911 mit dem Opel 6/16 PS mit "Torpedo"-Karosserie, 1924 mit dem Opel 4/12 PS "Laubfrosch", 1928 mit den avantgardistischen, vom Grafiker Ernst Neumann-Neander gestalteten Motoclub-Motorrädern und im selben Jahr mit dem RAK 2 Raketenwagen.
Schon Anfang der 30er Jahre, kurz nach der Eingliederung in den General Motors-Konzern, wurde eine Gestaltungsabteilung in Rüsselsheim gegründet. Designer nach heutigem Verständnis gab es damals noch nicht, Modelleure und Zeichner arbeiteten gemeinsam in einem "Modellraum".
Der erste designierte Opel-Designchef, Clare McKichan (von 1962 bis 1967), baute auf dieser Grundlage auf. Er strukturierte die Design-Abteilung in Rüsselsheim nach GM-Vorbild und schon bald darauf war Opel einer der europäischen Vorreiter in Sachen avancierten Automobildesigns. McKichan schickte seine talentiertesten Mitarbeiter sogar teilweise zum Studium in die USA. So hatten die Rüsselsheimer Studios in den 60er Jahren für angehende Gestalter eine hohe Anziehungskraft. Viele später namhafte Automobildesigner haben ihre Ausbildung in jenen Jahren dort absolviert.
Ein weiterer prägender Chefdesigner Opels war der Frankfurter Erhard Schnell. Nach seiner Ausbildung an der Werkkunstschule Offenbach als Gebrauchsgrafiker kam er 1952 zu Opel. Er entwarf später den legendären Opel GT und war bis Anfang der 90er-Jahre für die Gestaltung des Calibra und des Vectra verantwortlich. Neben diesen beiden Modellen ist sein Name auch mit Rekord C, Manta-A, Ascona-B, Kadett D und Corsa A verknüpft. Seine herausragenden künstlerischen Fähigkeiten machten ihn bei Opel zum Lehrer vieler anderer Designer.
Der 2002 zum Design-Direktor Opels ernannte Engländer Martin Smith begann seine Karriere 1973 bei Porsche, wechselte dann zu Audi, bevor er 1997 zu Opel kam. Mit der im September 1999 vorgestellten Speedster-Studie konnte er sein erstes eigenes Projekt verwirklichen und Opel zeigte damit, in welche Richtung sich das Design zukünftig entwickeln sollte. Die neueren Modelle des Vectra, Meriva und Signum folgten dieser vorgestellten Linie.
"Bis zu den frühen 70ern war Opel maßgebend im europäischen Automobildesign", so Bryan Nesbitt, seit 2004 Chefdesigner von GM Europe. "Heute sind wir dank neuer Serienmodelle wie dem Astra TwinTop oder dem neuen GT und wegweisender Studien wieder Vorbild für viele in der Branche."
Wie viele andere Firmenchefs räumt auch Carl-Peter Forster (President GM Europe und GM Vice President) dem Design und damit seiner Kreativ-Abteilung einen hohen Stellenwert innerhalb des Unternehmens ein. Aus gutem Grund: durch weltweite Plattformstrategien wurden sich die Autos letzthin technisch immer ähnlicher, das Design avancierte zu einem der wichtigsten Verkaufsargumente.
Auf rund 20.000 Quadratmetern, unter Einsatz modernster Mittel und Techniken, entstehen heute im Rüsselsheimer Design-Center von General Motors nicht nur die künftigen Produkte von Opel, Vauxhall und Saab – im Rahmen des weltweiten Designverbundes von GM sind fast 350 Mitarbeiter in Rüsselsheim auch in die Gestaltung von Fahrzeugen auf allen anderen Kontinenten eingebunden.